Sieben Seiten

Der Fürst in Seiner Weisheit hat entschieden, dass diejenigen Studenten der Universität der Sieben Türme, die sich zum steten Schreiben berufen fühlen, in das Fürstentum entsendet werden sollen, um zu hören und zu sehen und dem geneigten Leser stets das Neueste zu berichten.
Bedenket: Unsere Korrespondenten sind überall!

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Für alle Freunde sicherer Pilgerwege und sauberer Herbergen haben wir gute Nachrichten zu verkünden! Die im Volksmund als „Herbergsritter“ bekannte Gruppierung wurde endlich von Fürst und Praesul in den Stand eine geistlichen Ordens erhoben. Was das bedeutet, ist für interessierten Leser in einem Faksimile der Urkunde nachzulesen.
Dieser Schritt unserer weltlichen und geistigen Führer ist jedoch auch nicht zur Gänze unumstritten. Wir erinnern uns mit Schrecken an die Vorkommnisse auf Gut Hohen Wieden aus dem Jahr 1110, in welchen eine Gruppe Herbergsritter letztlich den Niedergang des Geschlechtes derer von Hohen Wieden bewirkte. Es wird sich zeigen, ob Fürst und Praesul mit diesem Schritt, wie sonst, Weitsicht und Weisheit bewiesen haben.

Unseren Lesern sei verkündet, dass das bislang herrenlose Gut Hohen Wieden mit Waltraud von Hagedorn nun wieder in einer liebreizenden, aber festen Hand ist. Wir werden in Kürze einen ausführlichen Bericht zum Turnierhergang veröffentlichen und bitten unsere Leser nur um ein wenig Geduld - unser Korrespondent befindet sich noch auf einem klitzekleinen Umweg durch den Einhornwald, wie er der Redaktion versichert hat…

Wie soeben bekannt wurde, ist das Schiff der bündischen Marine „Ryvar“ bereits am Freitag von einer überaus erfolgreichen Expedition gen Norden zurückgekehrt.
Am 06. diesen Monats war die Ryvar unter neuem Kommando und mit neuer Besatzung sowie zahlreichen Passagieren von Port Selachi aufgebrochen, um eine Passage durch die Große Bank zu finden, die derzeit jeglichen Schiffsverkehr nach Norden verhindert. Aus einer offiziellen Erklärung der Admiralität geht hervor, dass Besatzung und Passagiere in der Lage waren, die vorhandenen Hinweise und verschlüsselten Informationen zu deuten und zu nutzen.
Die Ryvar segelte auf den Spuren der Expedition der Nordstern, wobei der Reisebericht ihres Kapitäns, Joachim Pelargius, wohl die entscheidenden Hinweise lieferte. Wo die Nordstern umkehren musste, hatte die Ryvar Erfolg. Neben zahlreichen kleineren Inseln, Halligen und Sänden, die vom Kapitän der Ryvar, Lothar Lautenschläger BM, sorgfältig verzeichnet wurden, dürfte die Ansteuerung der Insel „Borwinswacht“, wie sie vom Kommandanten getauft wurde, den Höhepunkt der Expedition darstellen. Am Strand dieser Insel wurde eine eichene Stele gefunden, deren Runeninschrift Rückschlüsse auf die Herkunft der Südfester zulässt. Am Fuss dieser Stele war eine Kiste vergraben, die neben einem Hilfsmittel zur Positionsbestimmung auf See eine Fortsetzungs des Pelargischen Reiseberichts enthielt. Zu Art und Herkunft des ebenfalls enthaltenen rotistischen Artefakts konnen wir zur Stunde noch keine Stellungnahme aus dem Praesulat erhalten. Der erwähnte zweite Teil des Reiseberichts stellt endlich klar, dass Kapitän Pelargius nicht, wie in der bisher gültigen offiziellen Berichterstattung festgelegt wurde, mit einem Beiboot der Nordstern verschollen ging, sondern dass anscheinend der damalige Erste Offizier meuterte und die Nordstern vom vereinbarten Treffpunkt entfernte.
Uns liegt eine Abschrift des Logbuchs vor. Nach deren Auswertung und nachdem wir versucht haben werden, mit den wichtigsten Expeditionsteilnehmern zu sprechen, halten wir unsere Leser wie gewohnt mit spannenden und informativen Details auf dem Laufenden.

Ungeheuerliches hat sich vor kurzem in Nebelheim zugetragen. Am 03. April 1111 trafen sich die Ritter und Heerführer von Nebelheim in einem Feldlager bei Drosedow, um die Schlachtpläne für diese Jahr zu besprechen. Es herrschte gespannte Stimmung, hofften doch viele der Kämpen endlich auf den bereits anno 1109 beschlossenen Radzug. Als der Emissär Fürst Borwins – Leopold von Wolfsberg seines Zeichens Ritter der sieben Türme- ebenso wie im letzten Jahr erklärte, dass die Vorbereitungen des Radzuges noch nicht weit genug gediehen seien, kam es zum Eklat.
Lautes Brüllen drang aus dem Versammlungszelt, als die Nebelheimer Veteranen gleich welcher Herkunft ihrem Unmut über die zögerliche Haltung des Fürsten lauthals Luft machten. Eine Seite beschuldigte die andere des Landesverrates und noch bevor Ihre Durchlaucht Gernot von Nebelheim seine Vasallen zur Raison bringen konnte, zog der schon seit längerem für seine Trunksucht und seine geringe Rücksichtnahme auf die Belange des einfachen Volkes bekannte Graf Alrich von Prebelow mit zornesrotem Gesicht sein Schwert und erschlug Leopold von Wolfsberg.
Sofort kehrte eisige Stille im Versammlungszelt ein. Wie gelähmt starrten die Teilnehmer der Versammlung auf die Blutlache, die sich unter ihnen ausbreitete.Völlig konsterniert befahl Herzog Gernot seinen alten Knappen und langjährigen Weggefährten Alrich von Prebelow gefangen zu setzen, welcher sich ohne Gegenwehr in sein Schicksal ergab.
Doch als Herzog Gernot den Grafen am nächsten Morgen zu sich bestellte, fand man nur die zu seiner Bewachung abgestellten Wachen mit aufgeschnittenen Kehlen in seinem Zelt. Von ihm und seine Gefolgsleuten fehlte jede Spur.

Wieder einmal ist es an uns, dir, geneigter Leser, aus Trutzburg, genauer aus dem schönen Friedland Neuigkeiten zu berichten, welche das höchste aller unser Feste betreffen: Das Sendfest. Vor dem Tage Milenas reisten aus allen Siebenhafenländern Recken, einfache Leut', so wie holde Damen und anderes Volk zum Gute unseres ehrenwerten Herzogs Thaddäus, um Milena zu danken und preisen für all Ihre Wohltaten. Der Herr des Hauses hielt für seine gespannten und fröhlichen Gäste bereits am ersten Abend die ein oder andere Überraschung bereit. Nach einer Gerichtsverhandlung zur Klärung der Vorkommnisse in der „Herberge zum fröhlichen Ehestreit“, bei der der Herzog selbst und die ehrenwerte Ordensmeisterin des Dämonentöterordens Katharina, so wie auch der Großmeister der Caroliter, Ehrhard von Ekkern den Vorsitz hatten, schlug Thaddäus zu Freuden aller seinen seit Jahren treu ergebenen Knappen Fredrik von Weisenfels zum Ritter und gab darüber hinaus mit seiner anschließenden offizellen Verlobung mit der versprochenen Diana Konstanza von Grauforst allen Gästen noch weitere Gründe dem kommenden Fest vergnügt entgegen zu fiebern. Unsere Glückwünsche an den jungen Ritter und das bald herzogliche Paar. An dieser Stelle sei erwähnt, das sich im kommenen Juli in Trutzburg das Ja-wort gegeben wird und die Sieben Seiten werden selbstredend vor Ort von der Hochzeit berichten.
Am folgenden Tage dann, als endlich die Fastenzeit beendet war und man sich wieder genüsslich dem Wein und anderen Festbarkeiten widmen durfte, gab es erneut Grund zu jubeln und den Tag Milenas willkommen zu heißen. Denn der Herzog tauschte gemeinsam mit seiner Verlobten der Sitte nach zum Frühstück den Platz mit zweien seiner treuen Mägde, sodass die gute Minna und die tüchtige Greta zum Vergnügen aller am Kopf der Tafel Platz nehmen konnten. Die Stände waren fortan mit diesem Akte für den ganzen Tag aufgehoben! Doch wenn der Leser glaubt, das wäre der ganze Spaß gewesen - weit gefehlt! Die werten edlen Damen und Herren von Stand warfen sich nun in einfachste Kleidung, um den Aufgaben des Gesindes nachzukommen, welches sich wiederum gemütlich zurücklehnen konnte, um einmal im Jahr die Freuden eines Herzogs genießen zu können. So sah man also eben jenen Holz hacken, eine Ordensmeisterin in der Küche schuften und eine zukünftige Herzogin Kohlen schleppen. Der geneigte Leser erlaube sich an dieser Stelle gerne ein Schmunzeln.
Der wohl wichtigste Akt des Sendfestes darf natürlich nicht ausgelassen werden, denn alle Leut' strömten an diesem Morgen in die Flure und entledigten sich ihrer Hüte und Kappen, um an diesem Tage die Sendbotschaften anderer empfangen zu können, wo selbst der einfachste Mann dem Herzog ein Brieflein schreiben durfte. Herrlich der Gedanke, wie sich ein jeder im Laufe des Tages zu einem der Nägel schlich, um Freuden, Scherze oder auch Boshaftigkeiten unter den Gästen zu säen.
Der Tag der Herrin schritt vorran und nun waren die Beiträge der Gäste an der Reihe, wobei an dieser Stelle besonders zwei Erwähnung finden mögen. Es wurden Rätsel gestellt, Lieder gesungen, Geschichten erzählt - vor allem eine Geschichte. Die Siebenhafenweit bekannte Thalea, stets an der Seite Alectos, der Elfe, die der geneigte Leser bereits gut kennen dürfte, ließ es sich nicht nehmen den Herzog und vor allem seine Verlobte auf ihre Weise bloß zu stellen. Ein Schauspiel wurde gegeben, das mit seinem Witz noch jeden zum Lachen brachte bis auf die beiden Herrschaften. Nun, wer vermag ein Übel darin zu vermuten?! Schließlich, lieber Leser, ist das Sendfest ein Tag der Offenheit und Gleichheit. Noch ein weiterer Beitrag fand großen Anklang unter den Gästen, als Hector, ein Recke in Diensten der hohen Ordensmeisterin, ein Turnier zum Schwertkampf ausrief und selbst am Ende dem finalen Kampf mit dem weit gereisten Arivarus, einem Gast aus den Südfesten, ins Auge blicken musste. So spannend die Kämpfe bisher gewesen waren, bannte auch dieser letzte die Gäste und nach hartem Ausharren konnte der tapfere Arivarus den Sieg für sich entscheiden. Die Sieben Seiten gratulieren dem Sieger und Zweitplatzierten!
Am Abend dann zog man geschlossen in tiefster Frömmigkeit zum Nachbardorfe, um eine Festmesse zu Ehren Milenas abzuhalten, welche die Ordensmeisterin selbst leitete und mit dem verlesenen Sendspiel des heldenhaften Klaus Sturztrunk einen besonderen Abschluss fand. Ja auch jener war unter den Gästen und schloss sich erfreulicherweise dem Orden des Heiligen Friedrich an. So dürfen die Leser der Sieben Seiten hoffentlich bald auf neue Heldentaten des Klaus' gespannt sein.
Der Höhepunkt des Abends rückte näher und nach einem üppigen Festmahl des meisterhaften Koches Lars Eisenbeisser zog man sich erneut zurück, um seine Kopfbedeckungen zu besuchen und sich an zahlreichen Botschaften zu erfreuen. Darauf dann schmückte sich ein jeder, warf sich in die festlichsten Gewänder und verbarg das eigene Antlitz unter farbenfrohen und skurrilen Masken. So eröffnete man mit einem Kreistanz, angeleitet durch die Haus- und Hofmeisterin Henriette von Rabenberg, den Maskenball. Geladene Barden spielten auf als Herzog und Verlobte, Ordensmeisterin und Gefolg', der ebenso anwesende werte Herr Ulrich und weitere hohe Gäste die Sohlen aufs Parkett brachten und fröhlich in die Nacht tanzten.
Eine weitere, jedoch eher unerfreuliche Nachricht wollen wir dem treuen Leser auch nicht vorenthalten. Die schon erwähnte, sich selbst als „Heldin“ betitelnde Thalea trieb die Schmähungen gegen Herzog Thaddäus auf die Spitze und wagte es noch am Abend des Festtages dem Herren des Hauses vor aller Augen eine Maulschelle zu verpassen, um sich darauf in den Dreck vor seinen Füßen zu werfen. Der Beleidigungen müde verbannte der erzürnte Herzog Thalea für 10 Jahre aus Trutzburg und so hat die „Heldin Nebelheims“ ihre gerechte Strafe erhalten müssen. Trotz dieses Zwischenfalls nahm der Abend in Friedland ein friedliches Ende.
Es wurde noch viel gelacht, gesungen, wohl auch getrunken und gefeiert. So werden die Festtage vorranschreiten und Friedland hat wohl nie zuvor ein solch prunkvolles und fröhliches Sendfest gesehen.
Die Sieben Seiten bleiben wie immer für euch dran!

Die Überreste eines Dämons werden magisch untersucht Brisante Kunde erreicht uns, liebe Leser, aus Alt-Trutzburg. In der Herberge „Zum fröhlichen Ehestreit“, dem ehemaligen Gut Hohenwieden, ereignete sich am vergangenen Wochenende so einiges. Beginnen wir mit der guten Neuigkeit:
In der Herberge fand sich neben allerlei sonstigem Volk, die der Anzeige Ehrenfrieds und Paminas (siehe letzte Ausgabe) gefolgt waren, auch ein zu Beginn eher unscheinbarer Magier ein. Niemand bemerkte seine Abwesenheit am frühen Morgen, welches die anwesenden Beobachter, unter ihnen auch der Herbergswirt selbst, auf einen Unsichtbarkeitszauber zurückführten. In dieser Zeit war es dem Mann möglich, auf dem Gelände hinter der Herberge in einem fünfgeschwänzten Ritual einen Dämon zu rufen.
Die Recken vor Ort entledigten sich des einzelnen schattigen Wesens recht schnell, auch wenn einige Verluste aufgrund der frühen Stunde (nur einige wenige Streiter, unter ihnen die Mitglieder der Bumona-Heiler, schliefen gerüstet) zu verzeichnen waren. Die beiden Rauchsäulen, die vom erschlagenen Körper des Unholds ausgingen, fielen zu dem Zeitpunkt noch niemandem auf.
Einige Dämonen auf der Burgbrücke Den Tag über griffen immer mehr dieser Streiter der Nacht an. Die Aussagen über ihre Zahl gingen auseinander, doch nach Rücksprache mit unserem Experten für dunkle Kulte dürfte es sich um 2, 4, 8 und 16 gehandelt haben. Zitat: „Die Zahl der Krieger aus Schatten und Rauch spottet der Heiligen Zahl“. Die Verluste wurden größer, vor allem, als das Tor zum Burghof gesprengt wurde.
Obwohl der bewußte Magier zu diesem Zeitpunkt bereits längere Zeit mit von blutigen Ritualen besudelten Ärmeln herumgelaufen war, fiel er erst negativ auf, als die Dämonen sich nicht um ihn kümmerten, obwohl er in vorderster Reihe ein perfektes Ziel bot. Zur Rede gestellt, verwickelte er sich in Widersprüche, woraufhin er von tapferen Kämpen, unter ihnen auch besonders die Söldner unter dem Reißenberger Banner zu nennen, zunächst niedergeschlagen und gefesselt wurde. Als er jedoch mit fremder Stimme zu sprechen begann, wurde er von diesen in einer Kurzschlussreaktion erschlagen.
Unglücklicherweise stellte sich heraus, dass der Magier nicht selbst böse war, sondern von einem Teufel besessen. Dieser sprang in dem Moment, in dem der Körper des Magiers erschlaffte, auf den nächst knieenden Pater Godfrey über, der den Caroliter-Orden vor Ort vertrat. Die Wesensunterschiede des sonst so zurückhaltenden und frommen Paters fielen der versammelten Gemeinschaft schnell auf, besonders, als er sämtliche Glaubenssymbole in den Keller bringen ließ.
Der Milena sei Dank anwesende Bischof Columbanus nahm sich der Sache an, nachdem der fünfgeschwänzte Beherrschungszauber von ihm abgefallen war. Nach intensivem Studium des Liber Rotae leitete er die anwesenden Rotisten an, ein geheiligtes Schwert herzustellen, mit dem der Teufel zu erschlagen sei. Nachdem es beinah schiefgegangen wäre, stellten die tapferen Männer und Frauen unter Todesgefahr einen Exorzismus auf die Beine, an dem der gute Pater Godfrey beinahe verstorben wäre. Dies konnte in letzter Minute verhindert werden, und der besitzende Teufel konnte planmäßig ausgetrieben und auf die weltliche Ebene gezwungen werden.
Nur knapp entkommt der Teufel einem weiteren Streich des Seemanns Klaus Nur knapp konnte er auf dem Plan vor der Burg vom Selachen Klaus Sturztrunk erschlagen werden. Während des dramatischen Kampfes verfluchte der Teufel fortwährend die Anwesenden und stieß höllische Verwünschungen gegen Milena und ihre Gläubigen aus. Auch wenn die Reihen der Zweifaltigen immer dünner wurden, konnte der tapfere Seemann den Unhold, der von unseren Experten als der Teufel des Hochmuts, auch bekannt als der „Herrscher der finsteren Welt“ identifiziert wurde, erschlagen. Die Essenz des Unwesens fuhr dabei in das Schwert, dass der Kämpfer führte. Dort soll es gefangen bleiben bis zum letzten Tag.

Der Winter ist vorüber, seit einigen Tagen lässt die Sonne die ersten Knospen und Blüten sprießen. Zeit, unsere Leser mit den jüngsten Neuigkeiten vom Pilgerpfad zu versorgen.

Spektakuläres Erbe soll Herberge werden!

Was früher eine stolze Wasserburg war, soll nun zu einer simplen Herberge werden. Karl Leopold von Hohenwieden und Fürstenberg fiel tapfer im Kampf gegen die grünen Horden, und sein Erbe in Form der Burg Hohenwieden fiel an seinen Neffen, Ehrenfried Kaffenberger, den manche noch aus unserer Berichterstattung über die spektakuläre Rettungsmission, in deren Verlauf der Stein Milenas wieder entdeckt wurde, kennen werden.
Ehrenfried, der bis jetzt als Pöblierungsbauer und Knecht am Fürstenhof seine Brötchen verdiente, sah sich nicht in der Lage, die Burg ohne Land, welches Karl Leopold einem anderen Neffen vererbte, als Adelssitz zu halten. Demnach informierte er unseren Korrespondenten von seiner Absicht, eine florierende Herberge zu eröffnen. Die Lage direkt an einer Hauptstraße von Alt-Trutzburg nach Nebelheim soll dieser Absicht wirtschaftlichen Erfolg bescheren.
Die Herberge mit dem eigentümlichen Namen (Zum fröhlichen Ehestreit) ist wohl auch schon eingerichtet und steht dem müden Reisenden offen. Man munkelt, es gebe aber allen guten Absichten zum Trotze einige Vorkommnisse, die schon wieder bedrohliche Schatten auf das junge Glück werfen…

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Ehrenfried und Pamina Kaffenberger, Freiherr und Freiherrin zu Hohenwieden, haben im Frühling an der Straße von Langenfelde nach Friedrichshofe an der Grenze zwischen Nebelheim und Alt-Trutzburg in der Wasserburg zu Hohenwieden eine Herberge mit Küche eröffnet. Reisende Soldaten finden hier ebenso ein trockenes Bett, einen guten Krug Bier und eine saftige Scheibe Braten wie Pilger auf dem Weg zum Stein der Milena oder Forscher und Gäste aus Dobran, die die neuen Freiheiten in unserem wunderschönen Herzogtum unter unserem geliebten Herzog Thaddäus genießen wollen.

Wieder Pilger drangsaliert!

Pilger, die schon früh im Jahr unterwegs waren, berichteten unserem Korrespondenten im Herzen des rotistischen Glaubens, am Steine Milenas, von ungeheuerlichen Vorfällen.
Nur wenige Meilen trennten sie noch vom Ziel ihrer Reise, als sie in einem Hohlweg von ruppigen Gestalten angehalten wurden. Sie trugen gelb-rote Röcke und gaben sich offiziell. Ihr Vorgehen kann man jedoch nur als Wegelagerei beschreiben! Ein Zoll sei fällig, behaupteten die Rauhbeine, und ließen die armen Pilger nicht eher vorbei, als dass diese fast ihre gesamte Barschaft den Plünderern in den Rachen geworfen hätten.
Pfui, sagen wir, pfui, arme Pilger so zu bedrängen! Wir können nur hoffen, dass diese Nachricht in den höchsten Kreisen endlich einen Sinn für den Schutz der Schutzlosen weckt. Dieser Bericht war dies Jahr der erste, wird aber sicherlich nicht der letzte sein.

Elfe schwanger!

In unserer letzten Ausgabe war es nur eine Randnotiz, doch nun konnte es von einem unserer Korrespondenten mit eigenen Augen bestätigt werden - Alecto, die heimliche Geliebte Herzog Thaddäus', ist in der Tat hochschwanger!
Auch wenn sie es unter weiten Kleidern zu verbergen sucht, sind die Rundungen unter ihrem Herzen doch deutlich zu erkennen. Sollte dies tatsächlich das Kind des frischgebackenen Herzogs sein - der noch dazu jung verlobt ist! (Sieben Seiten berichtete) Wenn dieses schamlose Luder das Kind nicht irgendwelcher finsteren Elfenmagie opfert, werden wir uns zu vergewissern wissen. Sieben Seiten bleibt für Euch dran!

Am vergangen Sonntag ist der 36. Herzogstag zu Ende gegangen. Ähnlich turbulent ging es das letzte Mal zu, als ein elbischer Bote Kuno, den frischgebackenen Truchsess Einhornwalds, des Waldfriedensbruchs bezichtigte und daraufhin von dessen Schergen erschlagen wurde. Die Geschehnisse im einzelnen:

Thaddäus neuer Herzog [Alt-Trutzburgs

Nach einer langen und zum Teil sehr hitzigen Debatte, in der sich die Vertreter des Magierrats, Magister Grimbolt und Magistra Morena, vor allem vom Dobraner Gesandten Ulrich von Dobran heftige Worte gefallen lassen mussten, wurde Thaddäus von Friedland mit 8 von 9 Stimmen zum Herzog gewählt. Die einzige Gegenstimme kam aus Einhornwald, der von Anfang an seine Sympathie für den Magierrat betonte. Die Stimmabgabe von Selachi überraschte hingegen, während der Trutzburger Magierrat nach Auskunft Seiner Hoheit, Fürst Borwin, vorhersehbarerweise nach der bereits sehr positiven Stimmabgabe zu Thaddäus Gunsten sein Mäntelchen nach dem Wind hängte.
Die Frage der Herkunft Thaddäus' war schon nach der ersten Verhandlungspause vom Tisch, wobei die Vertreter Südfestes für einen Eklat sorgten, als sie Undine, Thaddäus' verstorbene Mutter, mit einem häufig beackerten Feld verglichen, dass irgendwann Früchte tragen müsse. Der Großteil der Diskussion drehte sich um die bessere Eignung der einen oder anderen Seite. Während dem Helden von Nebelheim just von Konstanze von Nebelheim der Vorwurf gemacht wurde, er kümmere sich nicht um sein Lehen (Friedland, A.d.R.), warf Ulrich von Dobran den Magiern vor, das Land und dessen Volk ausbluten zu lassen.
Aus Selachi kam eine Menge Stimmungsmache gegen den Grafen von Friedland, die Wortbeiträge Nataschas wurden wohl nur aus Respekt vor Ihrem Bruder nicht ausgebuht. Bergkönig Schrogo Knochenhammer, kleiner, dafür umso lautstarker Vertreter Felsmündes, bezog dafür schon zu Beginn eine magierfeindliche Position, die er bis zum Ende nicht verließ. Auch wenn sich manche von der Kirche eine deutlichere Aussprache zugunsten Thaddäus's gewünscht hatten, war Praesul Rufus I. mehr um Ausgleich der streitenden Parteien bemüht, während unser Fürst einen wie immer ausgeglichenen und souveränen Eindruck machte.
Zum Trost für unsere Trutzburger Leser seien zum Schluss die finalen Worte aus Thaddäus Schlussplädoyer zitiert:
„Ich werde Trutzburg retten!“

Thaddäus verlobt!

Eine schlechte Nachricht für alle heiratswilligen Jungfern in unserem Land: Thaddäus, Graf von Friedland und neuer Herzog von Trutzburg, ist verlobt. Auf die Frage, ob er verheiratet sei, präsentierte er der staunenden Versammlung ein Schreiben seines zukünftigen Schwiegervaters, in dem dieser ihm die Hand seiner Tochter Diana Konstanza versprach.
Die anwesende Elfe Alecto brach daraufhin in Tränen aus, was die Gerüchte um ihre Mutterschaft eines unehelichen Sohnes mit Thaddäus weiter schürte.
Die Sieben Seiten wünschen dem jungen Paar alles Gute.

Feiger Giftanschlag auf Gut Weidenbruch!

Nach Einbruch der Dunkelheit, während der letzten Verhandlungspause des Herzogstags, brach plötzlich der Knappe von Thaddäus leblos zusammen. Die sofort eingetroffenen Heiler konnten nur noch den Tod feststellen.
Tian Shen, ein anwesender Gelehrter, untersuchte die Becher des Knappen und der anderen Ordensmitglieder, und stellte fest, dass diese mit Gift präpariert worden waren, woraufhin große Aufregung und wilde Beschuldigungen durch Weidenbruch schwirrten.
Thaddäus' Knappe wurde währenddessen in den Schlafsaal gebracht, wo ihm vom Praesul persönlich, gemeinsam mit den Patres Columbanus und Maximian, die Sterbesalbung erteilt wurde. Nur ihren inbrünstigen Gebeten und frommem Lebenswandel ist es zu verdanken, dass der Totgeglaubte wieder auferstand.
Nachdem die Erleichterung auch groß war, forderte der Fürst die sofortige Beseitigung jedweder Vorbehalte, und ordnete die Befragung verschiedener Würdenträger, darunter auch Herzog Thaddäus sowie seine eigene Schwester, unter einem Wahrheitszauber an, welche jedoch ergebnislos verlief.
Beim Hauptmann der fürstlichen Garde, Ulrich von Dobran, war jedoch ein Hinweis aus den Reihen des Ordens eingegangen, der auf den Schergen des Truchsesses von Einhornwald hindeutet. Aufgefordert, sich der Befragung zu stellen, ergriff dieser daraufhin die Flucht. Nur dem vorausschauenden Einsatz der Greifengarde durch ihren Hauptmann ist zu verdanken, dass der Bösewicht sich nicht aus dem Staube machen konnte. Leider wurde er jedoch auf den Stufen des Gutes erschlagen, so dass eine Befragung nach den Hintergründen nicht mehr möglich war.
Ulrich von Dobran bestand darauf, die Gardisten Erich, Ludwig und Alana sowie den Leibwächter Thaddäus', Greif, lobend zu erwähnen.

Pater Columbanus für unermüdlichen Einsatz um die Rotistenheit geehrt

Im Zuge einer Abendandacht beim Herzogstag von diesem Wochenende erhob der Praesul, Seine heilige Eminenz Rufus I., den uns allen als gesangsstarken „Pater der Helden“ bekannten Columbanus in den Stand eines Chorbischofs.
Seine Exzellenz, Columbanus I., machte auf unseren Korrespondenten einen ausgesprochen überraschten Eindruck. Nichtsdestotrotz sind wir sicher, dass er seiner neuen Aufgabe als „Verkünder des Glaubens in den wilden Landen“ ohne Abstriche gewachsen sein wird. Er bedaure nur, dass ihm sein neuer Titel wohl weniger Zeit für die Seelsorge in der kleinen Kapelle am Steine Milenas lassen werde, die er nach den Ereignissen vor zwei Jahren dort zu errichten begonnen hat.
Die Siebenhafener Nachrichten können alle Gläubigen nur zur Pilgerfahrt zum Steine und reichlicher Spende für das edle Werk Seiner Exzellenz auffordern. Ein halber Taler von jedem verkauften Exemplar dieser Ausgabe kommt dem Ausbau der Pilgerstrecken zugute.