Ulrich von Dobran

Ulrich von Dobran vor dem Kampf

Ich bin als vierter Sohn des Herzogs von Dobran, Friedrich, vor knapp 30 Jahren in ein behütetes Heim mit einem strengen Vater und einer fürsorglichen Mutter hinein geboren worden. Nach meiner Pagen- und Knappenzeit beim Waffenmeister meines Vaters, ein guter Freund der Familie, war vom elterlichen Vermögen leider kein Teil mehr für mich übrig - meine drei älteren Brüder hatten ein Vorrecht beim Erbe von Land und Titeln. Daher sorgte mein Vater für meine Aufnahme in den Orden der Sieben Türme, nachdem ich mir einige Jahre als Edelknecht in Nebelheim meine ersten Meriten verdient hatte. Auch als Ordensmitglied brachte ich dort weiterhin die Feinde des Glaubens, des Landes und des Fürsten zur Strecke, woraufhin mich Fürst Borwin als Ersatz für den gefallenen alten Hauptmann zum Chef der Greifengarde, der persönlichen Leibwache unseres Fürsten, ernannte.
Da unser Fürst ein ausgesprochen friedliebender Mensch ohne viele Feinde ist, beschränkte sich der Dienst in der Garde eher auf die zeremoniellen Aspekte. Ich ersuchte - und bekam gewährt - meinen Fürsten daher um die Möglichkeit, eine Zeitlang meine Pflichten den Leutnanten zu übertragen, um der Tradition meines Standes entsprechend auf Fahrt zu gehen und den Speck, den ich in der Hauptstadt angesetzt hatte, in Scharmützeln und Schlachten wieder abzuarbeiten. Ich halte mich dennoch täglich bereit, auf den Ruf des Fürsten wieder in die Hauptstadt zu seinem Schutz zurückzukehren. Bis dahin erwartet mein Fürst von mir nicht mehr und nicht weniger als detaillierte Erzählungen von der Fremde, die ich besuchte, wenn ich einst zurück kehre.
Ich bin ein gläubiger Rotist, auch wenn ich nicht dazu neige, zu frömmeln wie ein altes Weib. Meine Untergebenen behandeln mich meist mit dem Respekt, der mir gebührt, wie ich ihnen auch die angemessene Achtung zolle, wenn sie sich bewähren. Ich habe ein tiefes Gerechtigkeitsverständnis, das sich jedoch nicht zwangsläufig mit dem Rechts-Verständnis decken muss, und eine bedingungslose Abneigung gegen Goblinoide, die ich nur als Sklaven oder Käfigtiere zu ertragen in der Lage bin. Mein Verständnis von Mut und meine Eigenart, für meine Überzeugungen mit Wort und Tat einzustehen, haben mich schon manches Mal an den Rand des Todes gebracht.

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  • Zuletzt geändert: 12.07.2020 23:54
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