Gebete

Der Rotismus kennt wenige Grundtexte, die den Grundriten des Glaubens entsprechen. Der gläubige Rotist bekennt seinen Glauben öffentlich. Er bittet Ihn und Sie und er lobt Ihn und Sie. Hinzu kommen die Radschnur-Gebete.
Die Texte finden sich im vierten Buch des Liber Rotae.

Das Credo, also das Glaubensbekenntnis, wird bei allen Salbungen gesprochen. Der Text des Credo wandelte sich über die Zeiten nur sehr gering.

Ich glaube
an Ihn, vollkommen und uralt
der uns geschaffen hat aus seinem Geiste

Ich glaube
an die Gemeinschaft seiner Sendboten
der Engel und Heiligen, die in Seinem Namen wirken

Ich glaube
an Sie, gekommen als Engel,
geboren als Sterbliche,
aufgefahren nach dem Tode auf dem Rad,
frei von Sünde und einzig an Seiner Seite.

Ich glaube
an die Heilige Zweifaltigkeit wie wir sie auf Erden und im Himmel sehen
und den Kampf gegen den Versucher,
den wir führen müssen bis zum letzten Tag.
Rogamus!

Credo
in Eum, perfectum et priscissimum,
creatorem nostrum et in spiritum suum Credo
in communitatem angelorum suorum
et in sanctos, qui agunt in nomine Eius. Credo
in Eam, angelam missam
mortalem natam
in caelum ingressam post mortem sub rotam,
peccatis vacuam et unam iuxta Eum. Credo
in sanctam Ditatem, ut videmus in caelo et terra;
et in bellum contra temptatorem,
quod gererendum est hodie et usque ad diem ultimam.
Rogamus!

Das Miserere wird in der Regel gesungen. In ihm bittet die Gemeinde Ihn und Sie um Unterstützung für ihr tägliches Leben und Vergebung ihrer Minderwertigkeit.

Er erbarme sich unser
Sie erbarme sich unser
Nehmet hinweg die Sünde der Welt
Miserere Domine

Domine miserere nobis
Domina miserere nobis
tollite peccata mundi
Miserere Domine

Die Gemeinde lobt Ihn und Sie in der Messe. Das Gloria ist auch in der alten Hochsprache auf uns gekommen und wird an Hochämtern gesungen. Das Besondere am Gloria ist die Singweise. Die Gemeinde antwortet dem Vorsänger im Responsorium. Der Priester singt die Verse und die Gemeinde antwortet im mit dem „Cani Canto“.

Ehre sei dem Meister der Welt in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Glaubens.
Cani canto.
Wir loben sie und ihn
Cani canto
wir preisen sie und ihn
Cani canto
wir beten sie an und wir beten ihn an
Cani canto
wir rühmen sie und ihn.
Euch danken wir, denn groß ist Eure Herrlichkeit:
Herr, und der Engel Rota, der zu seiner Rechten sitzt.
Allmächtige Könige des Himmels, erbarmet Euch.
Ehre sei dem Herrn und der heiligen Rota seinem Engel.
Rogamus!

Gloria in excelsis magistro orbis et in terra pax hominibus rotistis.
Cani canto
Laudamus eum et eam
Cani canto
Benedicimus eum et eam
Cani canto
Adoramus eum et eam
Cani canto
Glorificamus eum et eam
Cani canto
Gratias agimus vobis
propter magnam gloriam vestram.
Domine et Angela Rota, quae sedes ad dexteram eius
Reges caelestes, omnipotentes miseremini nobis.
Gloria Domino et Angelae suae Rotae sanctae.
Rogamus!

Ein Gebet wider die Angst vor dem Tod, über die Erlösung der Gläubigen und den Kampf am letzten Tage.

Milena sagt:
Meine Anhänger hören meine Stimme und ich kenne sie. Sie werden nimmermehr umkommen, denn der Tod bringt sie zu meinen Heerscharen, die kämpfen werden gegen den Versucher in der heiligen letzten Schlacht. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Milena hat den Tod überwunden und ihm seine Macht genommen. Sie ist das Licht der Welt.
An Seiner Seite wird Sie stehen mit uns allen.
Rogamus!

Wenn das Gebet zur Andacht an einen oder wenige einzelne Verstorbene gesprochen wird, kann „mit uns allen“ auch ersetzt werden durch „mit dem/den Verstorbenen“.

Dicit Milena:
Audiunt vocem meam discipuli. Eos nosco. Numquam peribunt nam mors eos ferat ad copias meas quae pugnabunt contra temptatorem in proelio ultimo sancto. Ne animi vestri terreantur neque metuant.
Milena mortem superavit et vim eius perfrinxit. Ea lux mundi.
Erit iuxta Eum cum nobis omnibus.
Rogamus!

Ein Gebet der Gläubigen, in dem sie Milena bitten, ihnen den Segen zu erteilen. Wird oft vor dem Beginn einer Tätigkeit, von einer Reise über den Hausbau bis zu Ernte, oder auch nur das Schmieden eines Messers, gesprochen.

Herrin Milena,
segne mich,
segne meine Familie,
segne meine Freunde.
Wende Dein Licht nicht ab von mir,
sondern lasse es scheinen auf meinen Weg.
Rogamus!

Domina Milena,
me benedic
gentem meam benedic.
amicos meos benedic.
ne a me avertatur lumen tuum
sed colluceat per iter meum.
Rogamus!

Ein kurzes Stoßgebet, das von Rotisten häufig in Zeiten der Not, bei Verletzungen oder Hunger gesprochen wird.

Er und Sie sind immer bei mir.
Sie behüten mich und trösten mich.
Sie beschützen mich vor allem Bösen.
Rogamus!

Apud me sunt ambo, Dominus et Milena.
Me tuentur et consolantur.
Ab omne malo me servant.
Rogamus!

Dieses Gebet bringt die Vorstellung der Rotisten vom Jenseits und Ihre Hoffnung zum Ausdruck, dort mitstreiten zu können für den endgültigen Sieg des Guten.

Herr und Milena, gepriesene Streiter.
Wenn ich auch stürbe in dieser Stunde,
nehmt mich hinauf auf die Wolken des Himmels.
Gebt mir Schild, Schwert und Harnisch,
Lasset mich streiten wider die Ausgeburten der Höllenküche.
Denn siegen werden die, die gut sind!
Rogamus!

Domine et Milena, armati benedicti
etsi perirem ea hora,
recipite me in caelum nubilum,
et scutum date et gladium et loricam,
ut pugnem contra sceleratos partus infernales,
nam vincent, qui boni sunt.
Rogamus!

Mit diesem Gebet bringen die Rotisten Ihm und Ihr gebenüber zum Ausdruck, dass sie sich in Ihm und Ihr geborgen und zu Hause fühlen.

Herr, Herrin, Euch leb' ich,
Herr, Herrin, Euch sterb' ich,
Herr, Herrin, mein Herz ist bereit,
es ist bereit!
Rogamus!

Domine et Domina, vobis vivo,
Domine et Domina, vobis morior,
Domine et Domina, paratus animus meus,
paratus est.
Rogamus!

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  • Zuletzt geändert: 12.07.2020 23:54
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