Reisebericht Nordstern

27. Mai
Wetter moderat, leichte Brise, geringe Bewölkung.
Habe heute um 11 Uhr das Kommando über SBM Nordstern übernommen und den Wimpel geheißt. Von heute bis zum 21. Juli wurden wir vollständig von Ausrüstungsarbeiten im Schuldnerförde-Becken, Stadt der Sieben Türme, in Anspruch genommen. Am selben Tage gesegelt zum Marineliegeplatz in Kabutorf, wir gelegen haben bis zum 30. Einzelheiten der Vorgänge eines jeden Tages in beiden Fällen sind im Logbuch festgehalten und werden hier daher nicht erwähnt.

Am 30. Juli um 11 Uhr Anker gelichtet und verholt nach Rabenmund. Am folgenden Tag dort Anker gelichtet und unter kleiner Beseglung den Weg zurückgelegt zur Fahrwassertonne Außenreede, dort am Mittag geankert in 9 Faden Wassertiefe. Am 7. August den Lotsen übernommen, der leider unsere Sprache nicht spricht. Am folgenden Tag ankerauf gegangen und Segel gesetzt für Port Selachi.

Frische Brise und starke Bewökung für die meiste Zeit dieses Tages.
Um 10 Uhr gelichtet und Segel gesetzt.
Wind West zu Nord bis Nordwest.

Leichte Brise und starke Bewölkung.
Da die Tide gegen uns steht, geankert in 13 Faden Wassertiefe. Heilighain peilt Südwest einhalb West 6 Meilen. Um 11:00 ankerauf und Segel gesetzt.
Wind West.

Wechselhaft: leichte Brise und klare Sicht.
Um Mittag die Insel Wollin in Südost zu Ost, 7 Meilen. Kompassabweichung festgestellt mit 23 Grad.
Wind Nordwest.

Leichte Winde und klare Sicht.
Um 8 Uhr morgens Wollin Spitze rechtweisend Süd 5 Meilen.
Wind wechselhaft.

Leichte Brise und Flaute in diesen 24 Stunden.
Zu Mittag Kurze Oie in Sicht gekommen, Ost 7 oder 8 Meilen.
Wind östlich.

Wetter desgleichen.
Zu Mittag Kurze Oie rechtweisend Nord, 4 ½ Meilen.
Wind wechselhaft.

Angenehme Winde und klare Luft.
Geankert um 8 Uhr im Eingang zum Selachisund, um 11 Uhr wieder ankerauf gegangen und festen Ankergrund aufgesucht. Stromanker mit Boot achteraus gefahren. Beim Überbordgeben des Ankers hat sich Hr. Hodeck, Bootsmannsmaat, im Bojengeschirr verfangen und wurde in die Tiefe gezogen. Anker so schnell wie möglich wieder gehievt, jedoch konnten wir nur noch die Leiche aus der Wuhling befreien. Selachi Landspitze West ½ Nord 3 Meilen.
Um 6 Uhr abends Andacht gehalten für Mr. Hodeck.
Wind nordöstlich.

Im ersten und letzten Teil mittlere Winde und angenehm, im Mittelteil böig mit schweren Regenschauern. Habe Order erhalten, die Besatzung auf 85 Mann aufzustocken, bis jetzt waren es nur 70. An Bord genommen Rindfleisch in Fässern, eines zurückgeschickt, da undicht.
Wind Südwest bis Südost.

Erster Teil mäßig und dunstig, Mittelteil schwere Sturmböen mit Regen, letzter Teil mäßig und angenehm. Habe erhalten Brot, Bier und Wasser. Außerdem einen Unteroffizier, einen Trommler, einen Korporal und 9 Soldaten Marineinfanterie als Teil der Besatzung.
Wind Südsüdost bis Nordost.

Wenig Wind und dunstiges Wetter.
Habe einiges Tauwerk an die Werft geschickt, um es gegen kleineres austauschen zu lassen. Mehrere Schreiner und Zimmerleute von der Werft beschäftigt, um die Achterkajüte umbauen zu lassen, eine Plattform über dem Rudertiller einzuziehen etc.
Wind Südost bis Ost zu Süd.

Wenig Wind, bewölkt.
4 Kanonen in den Laderaum gegeben, habe 4 mehr erhalten, dazu 12 Fässer Pulver und verschiedene andere Gütern. Zimmerleute und Schreiner an Bord beschäftigt.
Wind südlich.

Im ersten Teil wenig Wind mit Regen, der weitere Tag angenehm.
Habe der Besatzung die Kriegsartikel verlesen, sie wurden mit Heuer zwei Monate im Voraus ausgezahlt. Habe der Besatzung darüber hinaus eröffnet, dass für den Rest der Reise keine Heuerzahlungen zu erwarten sind. Dies wurde gut aufgenommen, die Besatzung ist bereit, die Reise zu wagen. Haben weitere Versorgung mit Rum, Vorräten etc. erhalten.
Wind Nordwest bis Südwest.

Im ersten Teil wenig Wind mit leichtem Regen, für den Rest Sturm mit Starkregen.
Besatzung mit Seeklarmachen beschäftigt.
Wind Westsüdwest.

Frische Winde und Wetter desgleichen.
Statt in See gehen zu können, musste ich zweiten Anker ausbringen.
Wind Südwest.

Frische Winde, mit schweren Regenböen die gesamten 24 Stunden.
Wind Süd.

Wetter desgleichen.
Bramstengen und Rahen niedergeholt, geankert zwischen Festland und Kurzer Oie.

Frische Winde und diesiges Wetter.
Mittags kleinen Buganker gehievt, Bramstengen und Rahen gesetzt.
Wind West zu Süd.

Moderates und wolkiges Wetter.
Vormittags versorgt mit Bier und Wasser, alle leeren Fässer an Land zurück gegeben. Marssegel losgeworfen als Signal zum Inseegehen.
Wind West bis Nord zu West.

Starke Brise, meiste Zeit stark bewölkt, mit Einbruch der Nacht leichte Regenschauer.
Habe an Bord 94 Personen, inklusive Offiziere, Edelleute und ihre Diener, 12 Kanonen auf Lafetten und 12 Drehbassen. Bin gut ausgestattet mit reichlichem Vorrat an Pulver und anderen Gütern. Mittags das Lot geworfen, Tiefe 50 Faden, Boden grauer Sand mit schwarzen Muschelschalen.
Wind West bis West zu Nord.

Mäßige Brise, mittlere Bewölkung, mittags Schauer.
Seekisten gemustert und alles, was nicht nötig ist, in den Laderaum verholen lassen.
Wind West zu Nord.

Sehr schwerer Sturm mit heftigem Starkregen.
Unter Fock und Groß gesegelt. Ein Großpütting gebrochen, ein kleines Boot, das zum Bootsmann gehörte, über Bord gespült, und zwischen zwei und drei Dutzend Stück Geflügel ersoffen, was am schlimmsten ist. Gegen Mittag mäßigte sich der Wind, so dass wir Marssegel unter 2 Reffs setzen konnten. Wind Nordwest.

Stürmisch und wolkig die meiste Zeit.
Ersatzgroßsegel zum Trocken an Deck geholt, da gestern mäßiger Wassereinbruch in die Segellast. Das Schiff macht im oberen Bereich viel Wasser.
Wind Westnordwest.

Wind mäßig, wenig Bewölkung.
Untersegel, Mars- und Bramsegel gesetzt, leichte Beschädigungen im Rigg ausgebessert. Besatzung in drei Wachen aufgeteilt. Der Wind muss mindestens einen Strich südlicher drehen, sonst befürchte ich ernsthafte Verzögerungen.
Geschützexerzieren mit der Backbordbatterie. Leistung zufriedenstellend.
Wind Nordwest.

Leichte Brise, klare Sicht.
Nordkurs lässt sich nicht mehr halten. Habe entschieden, in Schlägen für jeweils eine Wache nach Nord zu kreuzen. Gebe Anmerkung von Mr. Jonah zu Protokoll, der für Beidrehen und warten auf besseren Wind plädiert hat. Meine Entscheidung beansprucht Schiff und Mannschaft sicherlich stärker, jedoch habe ich den Versuchen des Lotsen, sich verständlich zu machen, entnommen, dass eine Fahrt im Herbst keinerlei Aussicht auf Erfolg hat.
Wind Nordnordwest ½ Nord.

Mittlere Brise, klare Sicht.
Wir kreuzen weiterhin. Habe tägliche Ration der Besatzung von Bier auf Wein umstellen lassen, da wir vom Bier nur noch zwei Fässer haben. Da sich dieses als sehr gut herausgestellt hat, möchte ich es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren.
Geschützexerzieren mit scharfem Schuss mit der Steuerbordbatterie. Leistung verbesserungsfähig.
Wind Nordnordwest.

Leichte Brise, dunstig. Temperatur steigend.
Wir kreuzen weiterhin. Alle-Manns-Manöver bei jedem Wachwechsel beginnt sich bereits auf die Laune der Männer auszuwirken. Die Umstellung auf Wein fördert das Klima vor dem Mast nicht unbedingt.
Wind Nord zu West.

Flaute, klare Sicht, keine Bewölkung. Warm.
Musste das Schiff beidrehen lassen. Mannschaft beschäftigt mit Waschen und Trocknen aller Segel sowie der persönlichen Bekleidung der Männer.
Kein Wind.

Flaute, klare Sicht, keine Bewölkung.
Es ist noch wärmer als gestern. Sauerkraut an die Besatzung ausgegeben, um Skorbut zu vermeiden. Haben trotz Flaute Log von einem Knoten, was ich einem Strom zuschreibe. Unser Lotse scheint nicht überrascht.
Kein Wind.

Flaute, klare Sicht, wenig Bewölkung.
Haben heute ersten Strafvollzug der Reise durchgeführt: Adam Jenkow, Kuhlsgast, und Gunnar Haarmann, Kuhlsgast, jeweils ein Dutzend Hiebe für Prügelei und Trunkenheit.
Kein Wind.

Flaute, klare Sicht, aufziehende Bewölkung.
Das Glas fällt, langsam zwar, aber stetig. Hoffe auf Wind gegen morgen Mittag. Die Unzufriedenheit in der Mannschaft steigt, habe die Posten vor dem Branntweinraum verdoppeln lassen. Zwei Mann ins Wasser gehen lassen, um Bewuchs in der Wasserlinie abzukratzen.
Kein Wind.

Flaute bis abends, danach stärker werdende Winde, mittlere Bewölkung.
Konnten endlich den vorgesehenen Kurs anliegen. Royals und Leesegel gesetzt, Blinde nach Versuch wieder gerefft.
Habe weitere Versuche unternommen, mich dem Lotsen verständlich zu machen. Endlich konnte ich verstehen, dass er ein Lot verlangt, welches ich ihm zugänglich gemacht habe.
Wind West.

Sturm, starke Bewölkung.
Musste aufgrund des Windes wieder auf Mars- und Untersegel verkleinern. Fahrt dennoch gut, da bisher wenig Seegang. Weinvorräte sind vollständig aufgebraucht, habe auf Rum umstellen lassen. Obwohl der Rum pro Pint weitaus weniger kostet als der Wein pro Gallone, scheint die Mannschaft diese Umstellung zu begrüßen.
Wind aus West.

Sturm, Regenböen.
Seegang wird stärker, musste Untersegel aufgeien und Feuer in der Kombüse löschen lassen.
Wind aus West.

Sturm, Starkregen.
Habe Laderaum kontrollieren und alle Lasten und Kanonen doppelt laschen lassen. Pumpen für jeweils eine halbe Wache besetzt. Liegen bei unter Sturmstagsegeln.
Wind aus West zu Süd.

Starke Brise und vollständige Bewölkung in der ersten Tageshälfte, in der zweiten abflauend und aufklarend. Konnte Marssegel mit doppeltem Reff setzen lassen. Da die Besatzung bereits seit über 48 Stunden keine warmen Mahlzeiten mehr bekommen hat, habe ich das letzte Schwein schlachten lassen.
Wind aus Südwest zu West.

Leichte Brise, mäßige Bewölkung.
Aufgrund der immer noch starken Dünung hat sich Kanone Nr. 7 an Backbord losgerissen und Tjure Störlisson, Bootsmannsmaat, den Fuss zermalmt. Dieser musste entfernt werden.
Wind aus Südwest.

Leichte Brise, klare Sicht.
Geschützexerzieren nach beiden Seiten.
Wind aus Südwest zu West.

Leichte Brise, klare Sicht.
Bei meinem Besuch auf der Krankenstation stellte ich fest, dass der Lotse und Störlisson sich miteinander in einem begrenzten Umfang verständigen können. Ich nutzte die Gelegenheit, einige Fragen, die mich schon seit längerem bewegen, zu stellen. Leider war Störlisson aufgrund seiner frischen Amputation nur sehr begrenzt in der Lage zu helfen. Immerhin habe ich erfahren, dass der Lotse seine Kurse auf ein Seil geschrieben hat, was auch immer das bedeuten mag. Uns steht aber offensichtlich ein längerer Kreuztörn bei langsamster Fahrt bevor. Ich hoffe, die Mannschaft ist dem gewachsen. Ich musste das Gespräch auf Geheiß des Doktors leider abbrechen, bevor ich mehr erfahren konnte.
Wind aus Südwest.

Leichte Brise im mittleren Teil des Tages, im ersten und letzten mäßig. Mäßige Bewölkung.
Um 6 Uhr Andacht für Störlisson gehalten, der gegen Mittag an den Folgen der Amputation verstorben war. Dies setzt mich leider außerstande, die Befragung des Lotsen fortzusetzen.
Wind aus Südwest zu Süd.

Leichte Brisen, klare Sicht.
Der Wind droht schon wieder, einzuschlafen. Immerhin haben wir jetzt im Seegebiet vor der großen Bank erreicht. Nachdem sich der Lotse mit unserer Kompassrose vertraut gemacht hat, fordert er mit Gesten einen Kurs rechtweisend Nord. Ich hoffe, er weiss, was er tut.
Wind aus Südwest.

Schwachwindig, morgens Nebel, stark bewölkt.
Um 5 Uhr morgens aufgelaufen. Gegen 7 Uhr aufgrund Hochwasser wieder freigekommen. Keine Beschädigungen im Raum festzustellen. Der Lotse zeigt sich bestürzt und bitte mit großen Gesten um Entschuldigung. Ich lasse ca. eine Meile nach Süden ablaufen, dann beginnen wir gemäß der Empfehlung des Lotsen mit langen West-Ost-Schlägen. Ich lasse dabei ständig loten.
Wind aus Südsüdwest.

Schwachwindig, vormittags Nebel, bewölkt.
Der Nebel scheint eine Erscheinung auf der großen Bank zu sein, wir sichten ihn gute 8 Kabellängen nördlich von uns. Wir halten uns gut vom Nebel frei. Der Lotse zeigt großes Interesse an der Lotspeise.
Wind aus Süd.

Leichte Brise, vormittags Nebel, mittags kurze Schauer.
Der Lotse zeigte mir aufgeregt drei Proben vom Grund, die erste weißer Sand, die zweite Sand mit schwarzen Muschelschalen, die dritte grauer Schlick. Mr. Hoilar, der Bootsmann, berichtete mir, die Proben seien im Abstand von einem Glas auf Westkurs genommen worden. Wenn ich die Gesten des Lotsen richtig deute, haben wir den Eingang zur Fahrrinne in der großen Bank gefunden. Gemäß den Anweisungen des Lotsen halten wir nördlichen Kurs.
Wind aus Südsüdost.

Mäßige Brise, vormittags Nebel, diesig.
Wir arbeiten uns unter Marssegeln langsam in die große Bank vor. Der Lotse steht permanent am Ruder und verwendet uns unbekannte Worte in scharfem Tonfall, wenn der Rudergänger nicht Kurs hält. Irgendetwas scheint ihn auch an unserer Kompassrose zu stören, es war mir jedoch nicht begreiflich, was. Unser Etmal beschränkt sich auf wenige Meilen.
Wind aus Süd bis Südsüdost.

Kräftige Brise, morgens Nebel, ab nachmittag Regen mit starken Regenböen.
Um 3 Uhr in der Nacht aufgelaufen. Der Wachhabende Offizier, Mr. Jonah, hat offensichtlich meine Befehle bezüglich des Beidrehens in der Nacht unter ständigem Loten nicht eingehalten. Trotz offenkundig ersichtlich zu starker Abtrift wurde das für diesen Fall befohlene Notankermanöver nicht durchgeführt. Bei Kontrolle des Raums wurden 5 Fuss Wasser steigend festgestellt. Pumpen sind über alle Wachen besetzt. Das Auflaufen geschah fast bei Stillwasser, so dass ein Freiwarpen erst in der kommenden Nacht möglich sein wird.
Wind aus Südost.

Kräftige Brise, morgens Nebel, den ganzen Tag leichter Regen.
Haben um 8 Uhr abends Boote zum Freiwarpen ausgesetzt. Um 2 Uhr wurde Stillwasser beobachtet, zu diesem Zeitpunkt konzentrierten wir die Bemühungen zum Warpen. Ergebnis: Drei Mann mit Hernien ausgefallen, Gig so stark beschädigt, dass sie ohne Reparatur nicht mehr zu Wasser gelassen werden kann, Stromanker verloren. Wir sitzen nach wie vor fest. 6 ½ Fuss Wasser im Raum, steigend. Ich bin sehr enttäuscht von Mr. Jonah.
Wind aus Südost zu Süd.

Leichte Brise, vormittags Nebel, starke Bewölkung.
Es ist zum Schlimmsten gekommen. Nach dem Ende der Bemühungen zum Warpen wurde starker Grog ausgegeben. Anscheindend im Rausch hat Benjamin Somant, Gefechtsrudergänger, den Lotsen erschlagen. Es soll zuvor zu einem Wortgefecht gekommen sein, in dem der Lotse Somant beschuldigte, kein rechter Rudergänger zu sein, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie Somant das aus den Äußerungen des Lotsen verstanden haben will. Ich habe Somant in Eisen legen lassen und ihm den Strick in Aussicht gestellt. Somant wurde übrigens von Jonah von dessen Kommando als Kapitänleutnant auf BBM Lotta mitgebracht. Ich weiß nicht, wie ich jetzt noch die Passage durch die Große Bank finden soll.
Entgegen dem Rat von Mr. Jonah lasse ich die Effekten des Lotsen vor dem Mast versteigern. Nach anfänglich geringer Beteiligung lasse ich die Mannschaft dazu antreten.
Ich habe angeordnet, den Schwerpunkt der Arbeiten vom Freiwarpen auf dringende Reparaturen zu verschieben. Die Mannschaft ist erschöpft, und dem Mond nach ist die nächste höhere Flut erst in drei Tagen zu erwarten. Um 6 Uhr Andacht für den Lotsen gehalten. Drei Mann die Rumration sperren lassen, da sie mit Bemerkungen über „Heiden“ die Trauerfeier gestört haben.
Wind aus Süd.

Mäßige Brise, vormittags Nebel, abends leichter Regen, sonst bewölkt.
Die Zimmermannsgang hat Erfolg gehabt. Die schlimmsten Lecks scheinen gedichtet, in erster Linie aufgesprungene Nähte im Bodenbereich. Wir haben 5 Fuss, fallend. Die Pumpen sind nach wie vor über alle Wachen besetzt. Ich werde darin auch jetzt nicht nachlassen.
In meinem Kopf wälze ich Ideen, wie ich auch ohne den Lotsen noch eine Passage finden kann. Mit der Nordstern scheint mir das unmöglich, wie unser mehrmaliges Aufsitzen zeigt.
Wind aus Südsüdwest.

Mäßige Brise, morgens Nebel, bewölkt.
Aufgrund der starken Bewölkung kann ich nun schon den achten Tag in Folge kein Besteck nehmen. Ich kann daher nicht einmal genau sagen, wo wir aufgelaufen sind, und wie weit wir es schon in die große Bank hinein geschafft haben.
Ich lasse den Zimmermann als nächstes die Gig reparieren. Wir werden sie zum Warpen brauchen, und ich habe noch etwas anderes damit vor. Mr. Jonah widerspricht mir darin schon wieder, ich werde das nun endlich doch im Logbuch vermerken müssen.
Wind aus Südsüdwest.

Leichte Brise, vormittags Nebel, bewölkt.
Das Wasser im Raum ist auf akzeptable 2 ½ Fuss gefallen. Ich lasse die erschöpfte Mannschaft nur noch eine halbe Wache pumpen.
Für morgen lasse ich die Gig mit Proviant und dem zweiten Kompass ausrüsten. Ich werde selbst nach einer Passage suchen. Die verflixte Bewölkung macht das nicht leichter, aber mit Kompass, Lot und Log wird es schon gehen.
Wind aus Südsüdwest.

Leichte Brise, vormittags Nebel, leichte Bewölkung.
Vor meiner Abfahrt befehle ich ein Leichtern des Schiffes. Die gestauten Kanonen, die Hälfte von Pulver und Kugeln sowie alle geistigen Getränke ausser den restlichen zwei Fass Bier sollen über Bord gegeben werden. Ich weise Mr. Jonah in allen Details ein, anders scheint es nicht zu gehen.

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  • Zuletzt geändert: 12.07.2020 23:54
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