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Veit

Der heilige Veit war der erste Scholastiker Milenas. Nachdem Sie aufgebrochen war aus ihrem weltlichen Heim, um Trost und Weisheit zu verbreiten unter den Menschen, kam sie als erstes in ein kleines Dorf. Auf dem Dorfplatz, sitzend im Dreck und in Lumpen gehüllt, saß einer. Die Dorfleute warnten Milena, in ihm wohne der Fünfgeschwänzte. Sein Blick und seine Gedanken seien nicht in dieser Welt.
Doch Milena ging hin zu ihm, und hob ihn auf, und strich die wirren Haare aus seinem Gesichte. Und als ihre Hand seine Stirne berührte, da wurde sein Blick klar. Er sah Milena in die Augen und sprach: „Ich sehe Dich!
Mein Geist war klar, doch der Schritt in die Welt der Menschen wollte mir nicht gelingen. Alles war verdunkelt wie durch schwarzen Musselin. Ich danke Dir dafür, dass Du den schwarzen Stoff zerrissen hast!“
Und er fiel auf die Knie und küsste Milenas Füße. Sie aber schloss ihn in ihre Arme, und sprach: „Nicht ich habe den schwarzen Schleier zerrissen, sondern Seine Kraft war es. Ich werde Dich waschen und speisen, und hernach sollst Du mir folgen auf meiner Reise zu den Menschen.“
Und Veit lachte und war froh.