Nebelheimer Gewandung

Von der Mode Nebelheims zu sprechen, hieße von Rüstung sprechen. Wahrlich, nur selten habe ich die Bewohner dieses lebensfeindlichen Landstrichs in etwas anderem als Eisen, Leder oder Polsterstoff erlebt. Und dennoch ist dieses Land so interessant, weil es eine Durchmischung unterschiedlicher Stile bietet, die beinahe so interessant ist wie jene in der Stadt der SiebenTürme.
Die einen, meist junge Ritter aus Dobran auf dem Weg zu ihren ersten Sporen, bringen ihre Tracht und ihre Rüstung aus der Heimat mit. Die anderen, Söldner aus Trutzburg vornehmlich, kleiden sich ganz gegen ihren Stand in den buntesten Tüchern und den aufwändigsten Spielereien aus Tuch und Federn. Diejenigen jedoch, die sich einem Leben in den nebligen Sümpfen des Wilden Landes verschrieben haben, lassen nur noch selten eine Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimat in ihrer Kleidung sehen. Sie kleiden sich vornehmlich in dunkle, gedeckte Farben des Waldes und der Erde, und zwar durch alle Stände hindurch. Auf diese Weise sieht eine Gruppe Nebelheimer selbst im Sonnenschein deprimierend aus…

Aus: „Modische Reise durch unsere Herzogtümer“

In der Tat setzt sich die Masse der Menschen, die sich in Nebelheim aufhalten, zu einem Großteil aus Dobraner Rittern mit ihrem Gefolge und aus Trutzburger Söldnern mit ihrem Tross zusammen. Hinzu kommen noch eine Handvoll Glücksritter aus den anderen Herzogtümern. Sie bringen ihren Stil aus der Heimat mit. Von daher hier nur ein paar Worte zum Stil der „echten“ Nebelheimer.

Adelige in Nebelheim sind rar. Sie sind meist aus Dobran „importiert“ und kleiden sich auch so. Die wenigen Nebelheimer in 2. Generation sieht man eigentlich nur in Rüstung. Wenn sie nicht gerüstet sind, dann tragen sie etwas praktisches, worüber sich die Rüstung schnell und unkompliziert anziehen lässt. Zu feierlichen Anlässen, zu denen sie wirklich nicht mit einem Angriff rechnen, sind enge, durchgeknöpfte „Jacken“ und knappe Hosen üblich. Diese sind an ein unter der Jacke getragenes Wams angenestelt, damit sie nicht rutschen. Darunter trägt man eine Bruche, die durchaus durch die Schlitze zu sehen sein kann, und ein relativ weites Hemd.
Die weiblichen Adeligen bilden, wie ihre völkischen Schwestern, dadurch eine Ausnahme, dass sie außer zu feierlichen Anlässen Hosen tragen, da sie den Männern ebenbürtig mitkämpfen. Und das ganz bestimmt nicht im Damensitz.

Männer wie Frauen tragen derbe Kleidung, die für die schwere Arbeit, das ungemütliche Wetter und den jederzeit zu erwartenden Kampf geeignet ist. Sie besteht im einfachsten Fall aus ledernen Hosen und einer groben Wolltunika. Die Frauen tragen nur in Ausnahmefällen, z.B. zu (gut geschützten) Feierlichkeiten, Kleider bzw. Röcke. Manche tragen auch einfach einen Rock über einer Hose.
Farblich herrschen Wald-, Herbst- und Erdtöne vor, denn diese helfen beim Verstecken, wenn Kampf oder Flucht aussichtslos sind.
Zwar schreibt das miese Wetter Nebelheims eigentlich einen Umhang vor, jedoch wäre dieser zu unpraktisch beim Arbeiten oder Kämpfen, so dass sich Kukullen, Kappas oder Schauben durchgesetzt haben.

Oft behalten Nebelheimer die Polsterkappe für unter Kettenhaube oder Helm gleich auf, üblich sind jedoch auch Hüte, die gegen die Kälte und den Regen helfen, und natürlich die allgegenwärtige Gugel.

Nebelheimer verwenden häufig ein Kettenhemd (wie immer über Gambeson!), welches sie mit Plattenteilen verstärken. Beinschienen, Schulterstücke, Knie- und Ellbogenkacheln sind üblich, Brust- bzw. Rückenplatte gehen auch. Die Vollplatte ist jedoch eigentlich unüblich und gehört nach Trutzburg.
Ein typischer Helm für Nebelheimer Ritter ist die Hundsgugel, für das Fußvolk herrscht der Eisenhut vor.
Das einfache Volk benutzt häufig Lederpanzer (Kein Schwarz!), da dieses leiser ist als die typische Kette-Platte-Kombination.

Quer durch den Garten. Späte, schlanke Klingenwaffen wie Degen oder Florette sind unangebracht, aber sonst kann frei zwischen Schwertern, Keulen/Kolben, Äxten und den Waffen des kleinen Mannes: Spieße, Flegel und Sensen gewählt werden. Schilde weisen alle möglichen Formen auf. Jedermann darf an Waffen tragen, was er für richtig hält bzw. sich leisten kann. Der möglichst effektive Einsatz ist oberste Prämisse.
Einzige Ausnahme ist der Zweihänder - er gehört ausschließlich in die Hände eines Trutzburgers.

Nebelheim ist sehr fantasylastig und daher schwer einzuordnen. Ein Möglichkeit ist aber das Spätmittelalter (ca. 1250-1450), hier vor allem die Kleidung für den Adel.