friedrich

Friedrich

Der heilige Friedrich ist der Gründer des Dämonentöter-Ordens. Eine seiner zentralen Legenden ist die Schaffung des heiligen Schwertes.

Da Friedrich durch finsteren Wald ging, tat sich endlich vor ihm die Ebene auf. Und von ferne schon sah er, dass Krieg herrschte in dem Dorf zu seinen Füßen. Und er gürtete sich, und schritt fest voran, Blut und Verderben entgegen, wie es seine Art war.
Als die Menschen das sahen, freuten sie sich, denn sie waren nur noch sehr wenige, die kämpfen konnten. Und ihr oberster trat an Friedrich heran, und verbeugte sich, und klagte:
„Großes Unheil ist unter uns gekommen! In unseren Häusern wohnt ein Schrecken, der ist nicht von dieser Welt. Meine Kämpfer bluten und sind erschöpft, und auch wenn wir den Schrecken in die Enge getrieben haben, so nimmt doch kein Stich und kein Streich dem Unhold auch nur einen Tropfen Blutes. Es ist nur einer, aber die Schlacht ist schrecklich, und grausam, wie gegen Hunderte.“
Friedrich sprach:
Milena selbst führt meine Hand. Weist mir den Unhold, und ich will ihn mit dem Glauben an Ihn und Sie treffen, und meine Stiefel sollen waten in seinem Blut.“ Und der oberste schritt voran, und sie kamen auf den Anger, wo eine große Menschenmenge zusammen gekommen war. Und Friedrich sah gewappnete Männer und Frauen, ihre Röcke rot vom Blut, und er sah auch Kranke, und Alte, und Kinder zuhauf. Und ein jeder hatte eine Schnur in den Händen, oder ein Rad, oder mit Kohle ein heiliges Zeichen vor sich gemalt. Und diese Kranken und Alten und Kinder waren es, die den Unhold in ihrer Mitte an Ort und Stelle hielten, keine Ketten oder Mauern.
Und Friedrich besah sich den Unglücksbringer, und dieser spuckte Gift und schlug einen Mann nach dem andern mit unsichtbarer Faust. Und Friedrich sprach:
„Bringt mir eine Esse, und einen Amboss, und einen Hammer. Denn die Werkzeuge unserer Herrin werden uns die Macht geben, den Unhold zu besiegen. Und bringt mir Holz vom heiligen Baum, und Blüten der heiligen Pflanze, und einen Eimer mit Wasser, den sollen die Priester segnen. Und gebt mir ein Schwert, das muss ganz von Eisen sein, es darf keinen Stein und kein edles Metall an sich haben.“ Die Menschen brachten es ihm, und Friedrich legte seine Brünne ab und gürtete sich mit der Schürze eines Schmieds. Und nachdem das Holz brannte, vertrieb Friedrich alles Schlechte und Unheilvolle aus der Luft, und erhitzte das Schwert und hob den Hammer. Und in die Klinge, rot von heiliger Glut, schmiedete er die Gebete der Menschen, die den Verderber im Bann hielten. Und immer, wenn er eines hineingetan hatte, kühlte er das Schwert im Wasser. Nach ungezählten Hammerschlägen endete er sein Tun. Milenas Finger umschlossen die Klinge, und sie weinte einen steten Strom von Tränen, so dass die Klinge bald umgeben war von einem heiligen Panzer. Und immer noch beteten die Menschen und flehten zu Ihm und Ihr.
Als die Klinge bedeckt war, legte Friedrich sie auf den Amboss, beugte die Knie und senkte seinen Kopf, und betete. Und Milenas Gegenwart erhob sich aus der Waffe, und alle um sie herum fassten neuen Mut. Und als der Panzer aufsprang, und den scharfen Stahl preisgab, da nahm er die Blüten, und sprach: „Kocht diese Blüten in heißem Wasser, und gebt in das Wasser Leben und Tod, und bringt mir das Wasser.“
Er benetzte einen Stein mit dem Wasser, und zog die Klinge darüber. Und mit jedem Zug ließen die Priester eine Perle fallen. Und als die Priester alle Perlen hatten fallen lassen, war die Klinge schärfer als alle anderen Klingen, die die Männer dort hatten, auch wenn sie sie fünf mal so lange schliffen.
Und die Priester nahmen das Schwert, und legten es auf einen Altar, und deckten ein weißes Linnentuch darüber, und alle beteten. Und die Priester stellten die Klinge in Ihren Dienst und in Seinen Dienst.
Und Friedrich legte die Schürze wieder ab, und wappnete sich, und trat in den Kreis zu dem Unhold. Und eine Ruhe kehrte ein, als wenn alle Vögel gestorben wären, und als wenn der Wind nie wieder wehen würde. Und das Scheusal verhöhnte den Menschen, der nur mit einem Schwert zu ihn den Kreis trat, und sagte, keine Macht auf Erden könne ihn niederstrecken. Und er schüttelte Friedrich mit unsichtbarer Hand. Friedrich spannte jeden Muskel, und noch mehr spannte er seinen Geist. Er sprang vorwärts und bedrängte den Gehörnten heftig. Und wo die Klingen von hundert Männern die Haut des Unmenschen nicht hatten ritzen können, zog die heilige Klinge rote Furchen wie ein Pflug in fettem Acker. Und als Friedrich den letzten Streich gegen den Nacken des Gegners führte, da verschwand dieser, wie hineingezogen in das Heft in Friedrichs Hand.
Friedrich hob das Schwert in die Luft und sprach zu den jubelnden Menschen: „Der Teufel ist nicht tot - er lebt weiter, gefangen in euren Gebeten. Doch seid gewarnt! Gute Taten stärken den Kerker, doch wer das Schwert mit bösem Sinn führt, den wird es einst betrügen, die Mauern werden bröckeln, und der Unhold in seinem Innern wird frei sein!“
Und Friedrich übergab das Schwert den Menschen.

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  • Zuletzt geändert: 31.05.2022 16:50
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