Einhornwalder Gewandung

Ja, die Weiten Einhornwalds! Fein säuberlich gilt es zu trennen zwischen jenen, die in den Wäldern hausen und guten Kontakt zu den Elfen pflegen - von denen ich das Glück hatte, einen Blick auf einige erhaschen zu können - und jenen, die in den Städten dem Handel und der Seefahrt nachgehen. Im Wald kann man keine Errungenschaften der Schneiderskunst erleben - die Stoffe der Elfen jedoch werden hier mit einer nicht nachvollziehbaren Selbstverständlichkeit getragen. Arana und Seide, das Gefühl zwischen den Fingern alleine! Von dem Anblick ganz zu schweigen.
In den Städten meint man, die Trutzburger hätten sich recht weit vorgewagt - Roben und Doublets beherrschen das Straßenbild. Ganz neu die gepufften Hosen, in deren Herstellung ich mich von einem ansässigen Meister einweisen ließ. Einige Südfester haben den Weg in die Einhornwalder Häfen gefunden, vorbei an den Piraten Selachis - doch zu diesen an anderer Stelle.
Und auch die Mode Selachis bahnt sich ihren Weg nach Süden, und ich muss sagen, so alberne Kostümierungen, mit engen Strümpfen, gepufften Hosen und Ärmeln, ledernen Wämsern und ausladenden Hüten habe ich noch nicht einmal beim Heldenausstatter in meiner Heimatstadt gesehen - und ein solch schreckliches Sammelsurium an Fetzen, die sich kaum Kleidung nennen dürfen, habe ich noch nie gesehen! Doch ich schweife ab.

Aus: „Modische Reise durch unsere Herzogtümer“

In Einhornwald gibt es quasi keine Adeligen. Die oberste Bevölkerungsschicht rekrutiert sich aus Händlern, die sich mit den elfischen Luxusgütern eine goldene Nase verdienen. Dieser Reichtum wird gerne mit Applikationen aus Edelmetall und teuren Pelzen dargestellt.
Es bietet sich, wie in Trutzburg, die Robe longue an, jedoch eher kurz. Aber auch die figurbetonten Doublets sind eine gute Wahl, dazu enge Beinlinge. Einhornwald ist modisch zwischen Trutzburg und Selachi einzuordnen, gepuffte Hosen („Windeln“) und Ärmel sind also eine gute Sache.
Für die Damen stoffreiche Houppelanden, aber auch schon Kleider mit steifen Korsagen und großen Röcken - dazu auch stoffreiche Ärmel.

Die Städter tragen zweckmäßige Kleidung - kurze, enge Tuniken, vorne geknöpft („Cotehardie“) mit hohen Beinlingen oder engen Hosen. Die Seeleute sind sowieso ein Fall für sich, hier siehe auch Selachi. Für die ganz Armen ist man mit einer kürzeren Tunika nie schlecht beraten.

Die Waldbewohner verdienen ihr Geld mit Köhlerei, Jagd und als erstes Glied in der Handelskette mit den Elfen. Viele Waldbewohner haben Gewohnheiten und Kleidungsstücke von diesen übernommen, und werden oft als ein etwas „eigener“ Menschenschlag betrachtet.
Gedeckte Farben, Braun, Grün, Grau sind eine gute Wahl, um mit dem Wald zu verschmelzen. Als Besonderheit tragen die Einhornwalder Waldläufer hin und wieder auch eine Art „Camo-Tarn-Muster“, bei dem man jedoch darauf achten sollte, dass es nicht eindeutig als Bundeswehr- oder Ami-Stoff zu erkennen ist. Selbst zusammengestellt Flickenumhänge oder Ghillie-Anzüge oder -Umhänge sind aber durchaus in Ordnung. Als Stoff Leinen, Wolle, evtl. auch Baumwolle und gerne Wildleder. Pelz und Fell ist bei kälteren Gelegenheiten auch nie verkehrt.
Der Schnitt der Waldläuferkleidung ist funktional, robust und durchdacht. Hosen, in denen man sich gut bewegen kann (geht in Beinlingen z.B. erstaunlich gut!), Hemden, Tuniken, Westen, längere Jacken, z.B. mit Ärmeln, die sich abnehmen lassen, um bei jedem Wetter gewappnet zu sein. Hohe Stiefel sind super!

Die Elfen leben sehr zurückgezogen und sind nicht unbedingt zahlreich anzutreffen. Ihre Kleidung entspricht im weitesten Sinne der der Waldbewohner, sollte aber sehr gut sitzen und auch bei den einfachsten Mitgliedern der elfischen Gemeinschaft einen „edlen“ Eindruck machen. Dazu helfen Stickereien, Applikationen oder eine grundsätzliche Anlehnung des Schnitts an florale Elemente. Auf Pelz sollte verzichtet werden, Wildleder ist aber eine schöne Sache. In Siebenhafen kommt Seide von den Elfen, diese (zur größten Not auch ihre künstlichen Verwandten) kann also z.B. bei Hemden oder Roben eingesetzt werden.
Von den Elfen, die den Wald sichern und den Kontakt zu den Menschen herstellen, müssen ihre zurückgezogen lebenden Stämme unterschieden werden, die sich gerne in reiche, fließende Gewänder (Seide!) kleiden, je nach Gusto in Herbst- oder Waldtöne. Wer also einen elfischen Philospophen darstellen will, sollte mit weiten Gewändern und riesigen Ärmeln arbeiten.

Für die Reichen: Chaperons oder diverse Hüte, z.B. Sackkappen. Für die Damen kleine Hütchen in verschiedenen Varianten, für die konservativeren Schleier.
Für die Waldbewohner z.B. der klassische Robin-Hood-Hut, nicht zu große Dreispitze, und natürlich Gugeln!
Elfen tragen in den seltensten Fällen eine Kopfbedeckung, beliebt sind aber Stirnreife, auch mit Ketten und/oder Steinen, schlicht oder verspielt. Und natürlich aufwändige Frisuren.

Waldbewohner wie Waldläufer-Elfen tragen selten Rüstung. Wenn doch, dann eher knappe Dinger aus Leder, z.B. Unterarm- und -schenkelschienen und Schulterschuppen.
Städter lassen sich normalerweise bei der Verteidigung ihrer Städte von Söldnern vertreten, insgesamt herrschen aber fortgeschrittene Plattenpanzer vor.
Sollten die Elfen Krieger aus dem Herzland schicken und einen ausgewachsenen Krieg führen, so hüllen sie sie in leichte Rüstungen aus Metall- und Lederstreifen, ergänzt durch feines Kettenzeug.

Die Städter gehen im großen und ganzen mit Trutzburg und/oder Selachi einher.
Die Waldläufer und Elfen nutzen als Hauptwaffe den Bogen. Dazu längere Messer, selten Schilde. Elfische Krieger können auch mit eleganten Schwertern, Schwertlanzen und Lanzen aufwarten. Wie die Waffen folgen auch die Schilde floralen Formen.

Die Städter bedienen sich im großen und ganzen bei der Mode zwischen 1550 und 1650.
Für Elfen und Waldläufer sei wiederum auf die einschlägige Fantasyliteratur verwiesen, allen voran wie immer der Herr der Ringe, dessen Filmbegleitbücher auch allerlei Bilder bereitstellen.

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  • Zuletzt geändert: 12.07.2020 23:54
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