Sieben Seiten
Aus SiebenhafenWiki
Der Fürst in Seiner Weisheit hat entschieden, dass diejenigen Studenten der Universität der Sieben Türme, die sich zum steten Schreiben berufen fühlen, in das Fürstentum entsendet werden sollen, um zu hören und zu sehen und dem geneigten Leser stets das Neueste zu berichten.
Bedenket: Unsere Korrespondenten sind überall!
Inhaltsverzeichnis |
22. August 1110 -
Seefahrer erschlägt leibhaftigen Teufel
Brisante Kunde erreicht uns, liebe Leser, aus Alt-Trutzburg. In der Herberge "Zum fröhlichen Ehestreit", dem ehemaligen Gut Hohenwieden, ereignete sich am vergangenen Wochenende so einiges. Beginnen wir mit der guten Neuigkeit:
In der Herberge fand sich neben allerlei sonstigem Volk, die der Anzeige Ehrenfrieds und Paminas (siehe letzte Ausgabe) gefolgt waren, auch ein zu Beginn eher unscheinbarer Magier ein. Niemand bemerkte seine Abwesenheit am frühen Morgen, welches die anwesenden Beobachter, unter ihnen auch der Herbergswirt selbst, auf einen Unsichtbarkeitszauber zurückführten. In dieser Zeit war es dem Mann möglich, auf dem Gelände hinter der Herberge in einem fünfgeschwänzten Ritual einen Dämon zu rufen.
Den Tag über griffen immer mehr dieser Streiter der Nacht an. Die Aussagen über ihre Zahl gingen auseinander, doch nach Rücksprache mit unserem Experten für dunkle Kulte dürfte es sich um 2, 4, 8 und 16 gehandelt haben. Zitat: "Die Zahl der Krieger aus Schatten und Rauch spottet der Heiligen Zahl". Die Verluste wurden größer, vor allem, als das Tor zum Burghof gesprengt wurde.
Obwohl der bewußte Magier zu diesem Zeitpunkt bereits längere Zeit mit von blutigen Ritualen besudelten Ärmeln herumgelaufen war, fiel er erst negativ auf, als die Dämonen sich nicht um ihn kümmerten, obwohl er in vorderster Reihe ein perfektes Ziel bot. Zur Rede gestellt, verwickelte er sich in Widersprüche, woraufhin er von tapferen Kämpen, unter ihnen auch besonders die Söldner unter dem Reißenberger Banner zu nennen, zunächst niedergeschlagen und gefesselt wurde. Als er jedoch mit fremder Stimme zu sprechen begann, wurde er von diesen in einer Kurzschlussreaktion erschlagen.
Unglücklicherweise stellte sich heraus, dass der Magier nicht selbst böse war, sondern von einem Teufel besessen. Dieser sprang in dem Moment, in dem der Körper des Magiers erschlaffte, auf den nächst knieenden Pater Godfrey über, der den Caroliter-Orden vor Ort vertrat. Die Wesensunterschiede des sonst so zurückhaltenden und frommen Paters fielen der versammelten Gemeinschaft schnell auf, besonders, als er sämtliche Glaubenssymbole in den Keller bringen ließ.
Der Milena sei Dank anwesende Bischof Columbanus nahm sich der Sache an, nachdem der fünfgeschwänzte Beherrschungszauber von ihm abgefallen war. Nach intensivem Studium des Liber Rotae leitete er die anwesenden Rotisten an, ein geheiligtes Schwert herzustellen, mit dem der Teufel zu erschlagen sei. Nachdem es beinah schiefgegangen wäre, stellten die tapferen Männer und Frauen unter Todesgefahr einen Exorzismus auf die Beine, an dem der gute Pater Godfrey beinahe verstorben wäre. Dies konnte in letzter Minute verhindert werden, und der besitzende Teufel konnte planmäßig ausgetrieben und auf die weltliche Ebene gezwungen werden.
Nur knapp konnte er auf dem Plan vor der Burg vom Selachen Klaus Sturztrunk erschlagen werden. Während des dramatischen Kampfes verfluchte der Teufel fortwährend die Anwesenden und stieß höllische Verwünschungen gegen Milena und ihre Gläubigen aus. Auch wenn die Reihen der Zweifaltigen immer dünner wurden, konnte der tapfere Seemann den Unhold, der von unseren Experten als der Teufel des Hochmuts, auch bekannt als der "Herrscher der finsteren Welt" identifiziert wurde, erschlagen. Die Essenz des Unwesens fuhr dabei in das Schwert, dass der Kämpfer führte. Dort soll es gefangen bleiben bis zum letzten Tag.
26. März 1110 - Neuigkeiten vom Pilgerpfad
Der Winter ist vorüber, seit einigen Tagen lässt die Sonne die ersten Knospen und Blüten sprießen. Zeit, unsere Leser mit den jüngsten Neuigkeiten vom Pilgerpfad zu versorgen.
Spektakuläres Erbe soll Herberge werden!
Was früher eine stolze Wasserburg war, soll nun zu einer simplen Herberge werden. Karl Leopold von Hohenwieden und Fürstenberg fiel tapfer im Kampf gegen die grünen Horden, und sein Erbe in Form der Burg Hohenwieden fiel an seinen Neffen, Ehrenfried Kaffenberger, den manche noch aus unserer Berichterstattung über die spektakuläre Rettungsmission, in deren Verlauf der Stein Milenas wieder entdeckt wurde, kennen werden.
Ehrenfried, der bis jetzt als Pöblierungsbauer und Knecht am Fürstenhof seine Brötchen verdiente, sah sich nicht in der Lage, die Burg ohne Land, welches Karl Leopold einem anderen Neffen vererbte, als Adelssitz zu halten. Demnach informierte er unseren Korrespondenten von seiner Absicht, eine florierende Herberge zu eröffnen. Die Lage direkt an einer Hauptstraße von Alt-Trutzburg nach Nebelheim soll dieser Absicht wirtschaftlichen Erfolg bescheren.
Die Herberge mit dem eigentümlichen Namen (Zum fröhlichen Ehestreit) ist wohl auch schon eingerichtet und steht dem müden Reisenden offen. Man munkelt, es gebe aber allen guten Absichten zum Trotze einige Vorkommnisse, die schon wieder bedrohliche Schatten auf das junge Glück werfen...
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Wieder Pilger drangsaliert!
Pilger, die schon früh im Jahr unterwegs waren, berichteten unserem Korrespondenten im Herzen des rotistischen Glaubens, am Steine Milenas, von ungeheuerlichen Vorfällen.
Nur wenige Meilen trennten sie noch vom Ziel ihrer Reise, als sie in einem Hohlweg von ruppigen Gestalten angehalten wurden. Sie trugen gelb-rote Röcke und gaben sich offiziell. Ihr Vorgehen kann man jedoch nur als Wegelagerei beschreiben! Ein Zoll sei fällig, behaupteten die Rauhbeine, und ließen die armen Pilger nicht eher vorbei, als dass diese fast ihre gesamte Barschaft den Plünderern in den Rachen geworfen hätten.
Pfui, sagen wir, pfui, arme Pilger so zu bedrängen! Wir können nur hoffen, dass diese Nachricht in den höchsten Kreisen endlich einen Sinn für den Schutz der Schutzlosen weckt. Dieser Bericht war dies Jahr der erste, wird aber sicherlich nicht der letzte sein.
Elfe schwanger!
In unserer letzten Ausgabe war es nur eine Randnotiz, doch nun konnte es von einem unserer Korrespondenten mit eigenen Augen bestätigt werden - Alecto, die heimliche Geliebte Herzog Thaddäus', ist in der Tat hochschwanger!
Auch wenn sie es unter weiten Kleidern zu verbergen sucht, sind die Rundungen unter ihrem Herzen doch deutlich zu erkennen. Sollte dies tatsächlich das Kind des frischgebackenen Herzogs sein - der noch dazu jung verlobt ist! (Sieben Seiten berichtete) Wenn dieses schamlose Luder das Kind nicht irgendwelcher finsteren Elfenmagie opfert, werden wir uns zu vergewissern wissen. Sieben Seiten bleibt für Euch dran!
03. November 1109 - Ereignisreichster Herzogstag seit 17 Jahren!
Am vergangen Sonntag ist der 36. Herzogstag zu Ende gegangen. Ähnlich turbulent ging es das letzte Mal zu, als ein elbischer Bote Kuno, den frischgebackenen Truchsess Einhornwalds, des Waldfriedensbruchs bezichtigte und daraufhin von dessen Schergen erschlagen wurde. Die Geschehnisse im einzelnen:
Thaddäus neuer Herzog Alt-Trutzburgs
Nach einer langen und zum Teil sehr hitzigen Debatte, in der sich die Vertreter des Magierrats, Magister Grimbolt und Magistra Morena, vor allem vom Dobraner Gesandten Ulrich von Dobran heftige Worte gefallen lassen mussten, wurde Thaddäus von Friedland mit 8 von 9 Stimmen zum Herzog gewählt. Die einzige Gegenstimme kam aus Einhornwald, der von Anfang an seine Sympathie für den Magierrat betonte. Die Stimmabgabe von Selachi überraschte hingegen, während der Trutzburger Magierrat nach Auskunft Seiner Hoheit, Fürst Borwin, vorhersehbarerweise nach der bereits sehr positiven Stimmabgabe zu Thaddäus Gunsten sein Mäntelchen nach dem Wind hängte.
Die Frage der Herkunft Thaddäus' war schon nach der ersten Verhandlungspause vom Tisch, wobei die Vertreter Südfestes für einen Eklat sorgten, als sie Undine, Thaddäus' verstorbene Mutter, mit einem häufig beackerten Feld verglichen, dass irgendwann Früchte tragen müsse. Der Großteil der Diskussion drehte sich um die bessere Eignung der einen oder anderen Seite. Während dem Helden von Nebelheim just von Konstanze von Nebelheim der Vorwurf gemacht wurde, er kümmere sich nicht um sein Lehen (Friedland, A.d.R.), warf Ulrich von Dobran den Magiern vor, das Land und dessen Volk ausbluten zu lassen.
Aus Selachi kam eine Menge Stimmungsmache gegen den Grafen von Friedland, die Wortbeiträge Nataschas wurden wohl nur aus Respekt vor Ihrem Bruder nicht ausgebuht. Bergkönig Schrogo Knochenhammer, kleiner, dafür umso lautstarker Vertreter Felsmündes, bezog dafür schon zu Beginn eine magierfeindliche Position, die er bis zum Ende nicht verließ. Auch wenn sich manche von der Kirche eine deutlichere Aussprache zugunsten Thaddäus's gewünscht hatten, war Praesul Rufus I. mehr um Ausgleich der streitenden Parteien bemüht, während unser Fürst einen wie immer ausgeglichenen und souveränen Eindruck machte.
Zum Trost für unsere Trutzburger Leser seien zum Schluss die finalen Worte aus Thaddäus Schlussplädoyer zitiert:
"Ich werde Trutzburg retten!"
Thaddäus verlobt!
Eine schlechte Nachricht für alle heiratswilligen Jungfern in unserem Land: Thaddäus, Graf von Friedland und neuer Herzog von Trutzburg, ist verlobt. Auf die Frage, ob er verheiratet sei, präsentierte er der staunenden Versammlung ein Schreiben seines zukünftigen Schwiegervaters, in dem dieser ihm die Hand seiner Tochter Diana Konstanza versprach.
Die anwesende Elfe Alecto brach daraufhin in Tränen aus, was die Gerüchte um ihre Mutterschaft eines unehelichen Sohnes mit Thaddäus weiter schürte.
Die Sieben Seiten wünschen dem jungen Paar alles Gute.
Feiger Giftanschlag auf Gut Weidenbruch!
Nach Einbruch der Dunkelheit, während der letzten Verhandlungspause des Herzogstags, brach plötzlich der Knappe von Thaddäus leblos zusammen. Die sofort eingetroffenen Heiler konnten nur noch den Tod feststellen.
Tian Shen, ein anwesender Gelehrter, untersuchte die Becher des Knappen und der anderen Ordensmitglieder, und stellte fest, dass diese mit Gift präpariert worden waren, woraufhin große Aufregung und wilde Beschuldigungen durch Weidenbruch schwirrten.
Thaddäus' Knappe wurde währenddessen in den Schlafsaal gebracht, wo ihm vom Praesul persönlich, gemeinsam mit den Patres Columbanus und Maximian, die Sterbesalbung erteilt wurde. Nur ihren inbrünstigen Gebeten und frommem Lebenswandel ist es zu verdanken, dass der Totgeglaubte wieder auferstand.
Nachdem die Erleichterung auch groß war, forderte der Fürst die sofortige Beseitigung jedweder Vorbehalte, und ordnete die Befragung verschiedener Würdenträger, darunter auch Herzog Thaddäus sowie seine eigene Schwester, unter einem Wahrheitszauber an, welche jedoch ergebnislos verlief.
Beim Hauptmann der fürstlichen Garde, Ulrich von Dobran, war jedoch ein Hinweis aus den Reihen des Ordens eingegangen, der auf den Schergen des Truchsesses von Einhornwald hindeutet. Aufgefordert, sich der Befragung zu
stellen, ergriff dieser daraufhin die Flucht. Nur dem vorausschauenden Einsatz der Greifengarde durch ihren Hauptmann ist zu verdanken, dass der Bösewicht sich nicht aus dem Staube machen konnte. Leider wurde er jedoch auf den Stufen des Gutes erschlagen, so dass eine Befragung nach den Hintergründen nicht mehr möglich war.
Ulrich von Dobran bestand darauf, die Gardisten Erich, Ludwig und Alana sowie den Leibwächter Thaddäus', Greif, lobend zu erwähnen.
Pater Columbanus für unermüdlichen Einsatz um die Rotistenheit geehrt
Im Zuge einer Abendandacht beim Herzogstag von diesem Wochenende erhob der Praesul, Seine heilige Eminenz Rufus I., den uns allen als gesangsstarken "Pater der Helden" bekannten Columbanus in den Stand eines Chorbischofs.
Seine Exzellenz, Columbanus I., machte auf unseren Korrespondenten einen ausgesprochen überraschten Eindruck. Nichtsdestotrotz sind wir sicher, dass er seiner neuen Aufgabe als "Verkünder des Glaubens in den wilden Landen" ohne Abstriche gewachsen sein wird. Er bedaure nur, dass ihm sein neuer Titel wohl weniger Zeit für die Seelsorge in der kleinen Kapelle am Steine Milenas lassen werde, die er nach den Ereignissen vor zwei Jahren dort zu errichten begonnen hat.
Die Siebenhafener Nachrichten können alle Gläubigen nur zur Pilgerfahrt zum Steine und reichlicher Spende für das edle Werk Seiner Exzellenz auffordern. Ein halber Taler von jedem verkauften Exemplar dieser Ausgabe kommt dem Ausbau der Pilgerstrecken zugute.
