Herbergsritter
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Herbergsritter - so wird die "Gemeinschaft zur Schaffung sicherer Pilgerwege und sauberer Herbergen" im Volksmund genannt. Sie sind eine relativ neue Gruppierung, die sich erst nach der Wiederentdeckung des Steines Milenas gegründet hat und noch um Anerkennung als geistlicher Kriegerorden ringt.
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Ziele
Offiziell hat es sich der Orden zur Aufgabe gemacht, den Pilgerstrom in Richtung Milenas Stein zu beschützen. Dazu haben sie Wege befestigt, Furten ausgeschildert und Brücken gebaut. In regelmäßigen Abständen finden sich kleine Türme, in denen eine Rotte von Soldaten über die Sicherheit des ihnen zugeteilten Wegeabschnittes wacht. In größeren Abständen, aber meist weniger als eine Tagesreise voneinander entfernt, liegen außerdem größere Herbergen, die neben den Soldaten der Herbergsritter auch einer größeren Gruppe von Pilgern Obdach bieten.
Auf Wunsch begleiten die Herbergsritter auch größere Pilgergruppen auf dem gesamten Weg von Sammelorten bis direkt zum Stein Milenas, wo sie auch ihre größte Garnison haben.
Ursprung
Sicher ist nur, dass die Herbergsritter von einer kleinen Gruppe kriegsmüder Veteranen Nebelheims gegründet wurde, der offiziellen Schreibweise nach direkt am Steine Milenas. Es ist jedoch außerhalb der Gruppierung weder bekannt, wer die Gründer sind oder waren, noch wer zur Zeit der Gruppierung vorsteht.
Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die Herbergsritter innerhalb der wenigen Zeit seit ihrer Gründung einen enormen Mitgliederzuwachs verzeichnet haben, bei dem sich bis jetzt auch noch kein Knick abzeichnet.
Mitglieder
In die Gruppierung kann ein jeder eintreten, egal ob arm oder reich, adelig oder leibeigen, Handwerker, Mönch, Bauer oder Händler. Auch Erfahrungen im Kriegshandwerk werden nicht vorausgesetzt.
Je mehr Ausrüstung, Waffen und Pferde ein neues Mitglied mitbringt, desto höher in der Hierarchie wird es eingesetzt. Die, die gar nichts haben, schuften beim Wegebau und in den Herbergen, die einfachen Soldaten mit Spieß und Helm, Schwert oder Axt werden zumeist von verarmten Adeligen oder wohlhabenden Händlern, die zumindest ein Pferd und einen Harnisch mitbrachten, kommandiert.
Eine große Besonderheit der Herbergsritter ist die Möglichkeit, ohne Nennung eines Namens in die Gruppierung einzutreten. Man nimmt dann einen "Ordensnamen" an. Innerhalb des Ordens sind alle gleich, Mitglieder reden sich mit "Kampfgenosse" an. Auch müssen alle neuen Mitglieder sämtlichen Besitz, der nicht unmittelbar zur Erfüllung ihrer neuen Aufgabe als Krieger oder Arbeiter nötig ist, der Gruppierung überschreiben. Neben den Spenden und Einnahmen der Herbergen und Maustationen finanzieren sich die Herbergsritter durch diese Überschreibungen.
Nachrichtenbeförderung
Die HerbergsRitter nutzen ihr enges Netz von Stationen an den Pilgerwegen, um Nachrichten mit reitenden Boten schnell von einem Ort zum anderen zu transportieren. Indem sie an jeder Station die Pferde und an jeder Herberge den Reiter tauschen, ermüden diese nicht, und die Nachrichten gelangen in weniger als der halben Zeit als mit einem gewöhnlichen Boten an ihren Bestimmungsort. Auch deswegen sind die Preise gesalzen.
Kritik
Wenn eine neue Gruppe, vor allem eine offensichtlich erfolgreiche, die Bühne des Weltgeschehens betritt, werden natürlich nicht nur lobende Stimmen laut. Die Kritiker der Herbergsritter fahren besonders schwere Geschütze auf. Nicht alles davon muss jedoch auch zwingend der Wahrheit entsprechen. Was ein jeder davon hält, sei ihm selbst überlassen.
Vor allem den Gründern wird vorgeworfen, die Gruppe nicht aus Nächstenliebe zu den Pilgern oder aus wahrem Glauben gegründet zu haben, sondern vor allem aus Habgier. Erfahrene Kaufleute am Fürstenhof haben errechnet, dass die Herbergsritter an Maut, Übernachtungskosten, Geleitschutzeinnahmen, Nachrichtengebühren und überschriebenen Besitztümern weitaus mehr einnehmen, als sie für Wege, Brücken, Verpflegung und Unterbringung ihrer Soldaten ausgeben.
Des weiteren sei der Umgang mit den Pilgern nicht immer von Nächstenliebe geprägt. Wer die - oft von den Soldaten vor Ort schamlos erhöhte - Maut nicht aufbringen kann, wird mit Waffengewalt am Weiterpilgern gehindert. Oft sind an den Mautstationen Zäune senkrecht zum Weg bis tief in den Wald hinein gezogen, damit man sie nicht umgehen kann. Auch von hastig aufgestellten Zwischenstationen in Zelten hat man schon gehört, um wohlhabendere Gruppen ein zusätzliches Mal zu schröpfen.
Auch die Herbergen seien nicht immer auf legalem Wege in den Besitz der Gruppe gekommen. Wo sich Wirte weigerten, mit den HerbergsRitter zusammen zu arbeiten oder ihre Herbergen weit unter Preis zu verkaufen, seien sie auch schon spurlos verschwunden, ohne dass man eine Verbindung zu den Rittern herstellenn konnte. Selbst am Stein der Milena schrecken sie vor Gewaltanwendung bei der Aufrechterhaltung ihres Herbergsmonopols nicht zurück.
Die meisten führen die unmoralischen Zustände innerhalb der Gruppe auf die lockeren Aufnahmebedingungen zurück. Verbrecher könnten einfach einen Ordensnamen annehmen, auf die Vergangenheit werde nicht geschaut. Wer einen starken Arm und zahlreiche Narben vorweisen könne, werde gerne genommen, oft lieber als jene mit offensichtlich unbefleckter Vergangenheit.
