Das Herzogtum Südfeste

Über das Wappen

Das Fürstentum Südfeste

Niemand weiß so recht, wie dieses Herzogtum zu seinem Namen gekommen ist, alte Geschichten berichten davon, dass ihre Bewohner einst aus dem hohen Norden in ihren langen Booten gesegelt kamen, um wärmeres, fruchtbareres Land zu besiedeln. Und wirklich, die Bewohner dieses Küstenstreifens unterscheiden sich von den anderen Siebenhafenern deutlich, obschon sie eindeutig Menschen sind und unsere Sprache sprechen. Sie alle sind zum mindesten einen Fuß größer als ich, und im Kloster war ich nicht der kleinste! Auch habe ich noch nie so viele Blonde und Rothaarige Menschen auf einem Fleck gesehen. Sie wohnen in merkwürdigen, langgestreckten Häusern, oft mehrere Familien zusammen. Ihr Umgangston ist, ebenso wie ihr goldener Wein, recht herb, betört aber das Herz, wenn man ihn länger genießt. So misstrauisch, wie sie bei meiner Ankunft waren, so betrübt waren sie auch, als ich wieder ging.
Sie zeigten mir ihre Art zu leben, die sich, wie gesagt, von allem unterscheidet, was ich bis jetzt gesehen habe. Das Schwert ist bei ihnen fast unbekannt, ebenso wie die schwer gepanzerte Reiterei. Sie kämpfen mit riesigen Äxten und gewaltigen Rundschilden. Die meisten tragen wenig mehr als einen Ringelpanzer, die tapfersten unter ihnen kämpfen halbnackt und wie im Rausch. Mir will es fast scheinen, als gefiele Ihm und Ihr nicht, was ich da sah, aber sie haben sich in der Vergangenheit schon als tapfere und zähe Streiter des Fürstentums erwiesen. Selbst die Dobraner Ritter kämpfen gerne an ihrer Seite.
Kritisieren muss ich allerdings den Umgang der Hünen mit unserer Religion. Sie mögen nicht in diesem Land geboren sein, und sie hatten möglicherweise auch ältere Riten und Gebräuche, aber erkennen sie denn nicht, dass nur der Glaube an Ihn und Sie letztlich Erlösung und die Rettung vor dem ewigen Brand bringen kann? Ich habe in keinem Dorf eine einzige Kirche gesehen, auch wenn mir erzählt wurde, dass in der Stadt Südfeste eine errichtet wurde. Es gibt jedoch in jedem Ort einen weisen Mann oder eine weise Frau, bei der die Bewohner um Rat bitten, die bei Krankheiten und Geburten gerufen werden. Mit ihnen beten sie auch eine 19köpfige Schar von Götzen an, von denen sie behaupten, es handle sich um Heilige von Ihm und Ihr, auch wenn ich zuvor noch nie von ihnen gehört hatte und ihre Namen gar fremdartig sind. Mir will die Sache nicht wohl gefallen, aber der Orden der einen Wahrheit aus Dobran konnte bis jetzt nichts unternehmen, nicht zuletzt, weil man ein ganzes Herzogtum voller streitlustiger Hünen schlecht der Wasserprobe unterziehen könnte.
Diese würde sie denn auch wohl alle bestehen, denn sie schwimmen wie die Fische und tauchen wie die Robben. Nicht wenige wurde auf dem Wasser gezeugt, auf ihm geboren, leben auf ihm und werden wohl auch auf dem Wasser sterben. Noch nie habe ich so geschickte Fischer und Seefahrer gesehen, und es verwundert nicht, dass Fürst Borwin ihnen den Schutz der Küste so gerne anvertraut. Ihnen bleibt auch nicht viel anderes übrig, als die See zu ihrem Acker zu machen, denn das Land ist karg und trocken. Wo in Dobran saftige Ackerkrume das Bild bestimmt, so erstrecken sich in Südfeste die sandigen Dünen meilenweit ins Landesinnere, und selbst auf den wenigen grünen Wiesen können nur die Schafe und die Kühe weiden. Der Boden sei ebenso salzig wie das Meer, erzählte man mir, und jegliche Ackerfrucht, so sie denn überhaupt wachse, schmecke wie gepökelt.
Nach einigen Wochen des Lebens unter den Nordländern, wie sie sich selbst nennen, und erstaunlich angeregter Gespräche mit ihren Weisen, wandte ich mich ins Landesinnere, um mir ein noch merkwürdigeres Herzogtum anzusehen.

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